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„Business Angel zu sein ist kein Spiel“

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Ich habe Jimmy Wales‘ Facebook-Alternative getestet

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Das neue soziale Netzwerk von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales soll schon 500.000 Nutzer haben. Höchste Zeit, sich dort einmal umzuschauen.

Zugegeben: Soziale Netzwerke haben gerade keinen sonderlich guten Ruf. Generell wird ihnen vorgeworfen, ihre Nutzer mit kleinen aufblinkenden Benachrichtigungen süchtig zu machen. Manchmal kann das aber ganz angenehm sein. Als ich diesen Herbst das erste Mal die App Tiktok geöffnet habe, wurde ich da von einer Welle kurzer, unterhaltsamer Tanzvideos und Video-Memes überrollt. Ein paar Tage lang musste ich mich zusammenreißen, um nicht länger als eine halbe Stunde am Stück darin zu versinken. Wie bei den meisten sozialen Netzwerken folgten schon kurz auf Tiktoks plötzliche Beliebtheit die ersten Skandalgeschichten: Das chinesische Netzwerk Tiktok zensiert, Tiktok diskriminiert, Tiktok duldet keine Kritik an China, war da zu lesen.

Mitten in die Nachrichten vom skandalösen Siegeszug des Netzwerkes Tiktok platzt jetzt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales mit der Nachricht, sein soziales Netzwerk WT Social habe schon über eine halbe Million Nutzer und würde stark wachsen. Jimmy Wales hat mit WT Social einiges vor. „Gefälschte Nachrichten haben globale Ereignisse beeinflusst, und Algorithmen kümmern sich nur um ‚Engagement‘ und sorgen dafür, dass Menschen von Plattformen ohne Substanz abhängig sind“, sagte Wales noch im Oktober auf Konferenzen. Er wollte es mit WT Social besser machen.

Kann WT Social uns also aus dem digitalen Limbo der sozialen Netzwerke befreien? Zeit, dort einmal vorbeizuschauen, denke ich, und melde mich an.

Das erste, was ich nach der Anmeldung auf WT Social tun kann, ist, in Subwikis (Gruppen) ein- oder austreten. Die voreingestellten Gruppen heißen „Fighting Misinformation“, „Long Reads“ und „News about the Internet“ – was auch erklärt, warum die Gruppen über 400.000 Abonnenten haben. Könnte spannend werden, denke ich. Es gibt sogar ein paar coole Gruppen wie „Dank Memes“ mit immerhin 22.000 Abonnenten. Ich abonniere gleich noch ein paar andere Subwikis wie „Cybersecurity“ oder „Climate Change“.

Scrennshot von WT Social (Screenshot:t3n)

Als ich dann das erste Mal auf meinen tatsächlichen, persönlichen WT-Social-Feed schaue, folgt Ernüchterung. Da geht ziemlich wenig. Mein Feed wirkt wie der langweiligste Subreddit, den ich je gesehen habe. Well, eigentlich nicht. So langweilige Subreddits sind mir noch nicht untergekommen: eine Textwüste mit Posts wie „Warum es wichtig ist, Freunde einzuladen. Von Jimbo“ und gelegentlich ein paar „Long Reads“ über den Regenwald, die Feuer in Australien oder den saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman. Mein persönlicher Feed ist sogar so langweilig, dass ich das Gefühl habe, irgendwas falsch verstanden zu haben. Ich schaue nochmal bei „Dank Memes“ vorbei. Das aktuellste Dank Meme ist 18 Stunden alt und überhaupt nicht Dank. Darunter diskutieren verständnislose Nutzer, wie sie sich aus dem Subwiki abmelden können.

Zum Glück werden mir links oben im Fenster ein paar neue Gruppen vorgeschlagen. Verzweifelt melde ich mich also zu „Everything2“, „Conspiracy Theories“ „LGBTQIAP+“, „Clinical Psychology“, „Keto Club“, „Golden Retrievers“, „Australian Witchcraft“, „Matrix“, „Eurofighter Typhoon II“ und „FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung“ an. Ich kehre zurück zu meinem Feed und es passiert: nichts. Nirgendwo geht was. Selbst „Conspiracy Theories“ hat nur ein mickriges Dokument über die „eigentlichen“ Gründe für eine amerikanische Militärintervention in Kuba.

Okay. Subwikis sind es auf WT Social also noch nicht. Vielleicht ist es auch nur so langweilig, weil ich hier keine Freunde habe? Ich frage auf anderen sozialen Netzwerken nach, wer mein Freund auf WT Social werden will. Und warte einen Tag.

Zugegeben, der Tweet geht nicht gerade viral. Am nächsten Tag habe ich allerdings zwei Freunde, deren Profil so jungfräulich ist wie meins. Über den Freunde-Tab lande ich auch auf dem Profil von Jimmy Wales. War mir gar nicht aufgefallen, dass ich ihn abonniert hatte. Aber ich glaube, er ist auch voreingestellt, genau wie das Subwiki „Long Reads“.

Ehrlich gesagt, der Nachmittag des zweiten Tages ist der Moment, an dem ich beschließe, WT Social erst mal wieder ruhen zu lassen. Und dabei wird mir nochmal der grundsätzliche Unterschied von WT Social zu anderen sozialen Netzwerken klar: Auf Facebook, Instagram, Twitter und Tiktok muss man sich zusammenreißen, um dort nicht zu viel Zeit zu verschwenden. Auf WT Scoial muss ich mich überwinden, überhaupt noch weiter zu scrollen. Es gibt dort keine haarsträubenden Fake Storys wie auf Facebook, keine hasserfüllten Kommentare wie auf Twitter, keine Photoshop-Idylle wie auf Instagram. Was ist das für ein Netzwerk, auf dem ich weder prokrastinieren, noch in einem Sog aus Halbwahrheiten über 9/11 verschwinden kann?

Man kann ja viel über die üblichen Verdächtigen der Netzwerk-Branche sagen: dass sie die Leute süchtig machen, dass sie die Gesellschaft polarisieren, dass sie die öffentliche Meinung zensieren. In sofern hat Jimmy Wales seinen Job gut gemacht. Die Frage ist nur, ob wir so ein Netzwerk auch wollen.

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Werbekennzeichnung undeutlich: Google ändert Suchergebnisdarstellung erneut

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Nach Kritik an der geänderten Darstellung der Suchergebnisseiten rudert das kalifornische Unternehmen ein Stück weit zurück. Werbung bleibt nun etwas weniger schwer erkennbar.

Vor einigen Tagen hatte der Suchmaschinenriese aus Mountain View eine neue Darstellung der Suchergebnisseiten (SERP: Search Engine Result Page) auf Desktop-Rechnern eingeführt. Diese Design-Änderung hatte zur Folge, dass fortan alle Ergebnisse wie Werbung aussahen.

Diese Darstellung unterscheidet kaum noch zwischen Werbung und organischen Einträgen. Die Favicons tragen zur weiteren Verschleierung bei. (Screenshot: Google)

Clever: Google lässt alle Suchergebnisse werblich aussehen

Anstelle der bisherigen Darstellung unbezahlter Einträge mit dem Titel der Website, hatte Google oberhalb dieses Textes nun eine weitere Zeile eingeführt. Diese zeigte das Favicon der Seite und die Domain-URL.

Gleichzeitig hatte Google werbliche Einträge mit dem fett gesetzten Zusatz „Ad“ just an der Stelle gekennzeichnet, wo bei den nicht werblichen Einträgen das Favicon saß. Anstelle der bisherigen grünen Ad-Kennzeichnung war zudem die Markierung in schwarzer Farbe gesetzt.

In Summe hatte das dazu geführt, dass es fortan noch schwieriger war, werbliche von nicht werblichen Suchergebnisses zu unterscheiden. Entsprechend viel Kritik erntete der Suchmaschinenriese für diesen Schritt.

Nun rudert Google in einem Tweet ein Stück weit zurück. Dabei erklärt das Team den Schritt und die angeblich positiven Rückmeldungen aus dem Umfeld der mobilen Suche, dessen Ergebnisanzeige schon seit Monaten auf die neue Form umgestellt sei. Dennoch wolle man sich auf das aktuelle Nutzerfeedback einlassen und weiter mit dem Design experimentieren.

Verzicht auf Favicons macht Werbung etwas besser identifizierbar

Der sichtbare Erfolg bestand indes lediglich in der Entfernung der Favicons aus der ersten Zeile des jeweiligen Suchergebnisses. Zwar lässt sich auf diese Weise die Ad-Kennzeichnung etwas besser erkennen, zurück zur auffälligeren grünen Kennzeichnung wollte das Google-Team indes wohl doch nicht. Und auch die Domain-URL blieb oberhalb des Ergebnistextes stehen. Zudem hatte Google nicht etwa die dauerhafte Entfernung der Favicons versprochen. Sie könnten also in der ein oder anderen Form in Kürze wieder auftauchen.

Die Kollegen vom Searchengineland zeigen in einer Übersicht, wie deutlich sich die Werbedarstellung Googles in den letzten 13 Jahren verändert hat. Es bedarf keines Expertenauges, um zu erkennen, dass die Kennzeichnung werblicher Einträge dabei immer schwächer geworden ist.

Von gut bis kaum erkennbar: Googles Werbekennzeichnung über die Jahre. (Quelle: Searchengineland)

Von gut bis kaum erkennbar: Googles Werbekennzeichnung über die Jahre. (Quelle: Searchengineland)

Motivation erklärlich, aber dennoch schwer nachvollziehbar

Die mögliche Mathematik hinter einem derartigen Vorstoß leuchtet auf den ersten Blick ein. Google profitiert nur von Klicks auf werbliche Einträge, nicht von organischem Traffic. Je schwerer beides voneinander zu unterscheiden ist, desto wahrscheinlicher wird der Klick auf einen Werbelink.

Beobachter zeigen sich verwundert über Googles Design-Vorstoß. Immerhin laufen gerade wegen der Suche Untersuchungen in allen US-Bundesstaaten. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob und inwieweit Google sein Quasi-Monopol missbraucht. Auch die Wettbewerbshüter aus Großbritannien beschäftigen sich intensiv mit Googles Werbe-Strategien.

Passend dazu: Wegen Ads: 150 Millionen Euro Bußgeld für Google in Frankreich





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Google reagiert auf Kritik, lässt Werbung deutlicher erkennen

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Nach Kritik an der geänderten Darstellung der Suchergebnisseiten rudert das kalifornische Unternehmen ein Stück weit zurück. Werbung bleibt nun etwas weniger schwer erkennbar.

Vor einigen Tagen hatte der Suchmaschinenriese aus Mountain View eine neue Darstellung der Suchergebnisseiten (SERP: Search Engine Result Page) auf Desktop-Rechnern eingeführt. Diese Design-Änderung hatte zur Folge, dass fortan alle Ergebnisse wie Werbung aussahen.

Diese Darstellung unterscheidet kaum noch zwischen Werbung und organischen Einträgen. Die Favicons tragen zur weiteren Verschleierung bei. (Screenshot: Google)

Clever: Google lässt alle Suchergebnisse werblich aussehen

Anstelle der bisherigen Darstellung unbezahlter Einträge mit dem Titel der Website, hatte Google oberhalb dieses Textes nun eine weitere Zeile eingeführt. Diese zeigte das Favicon der Seite und die Domain-URL.

Gleichzeitig hatte Google werbliche Einträge mit dem fett gesetzten Zusatz „Ad“ just an der Stelle gekennzeichnet, wo bei den nicht werblichen Einträgen das Favicon saß. Anstelle der bisherigen grünen Ad-Kennzeichnung war zudem die Markierung in schwarzer Farbe gesetzt.

In Summe hatte das dazu geführt, dass es fortan noch schwieriger war, werbliche von nicht werblichen Suchergebnisses zu unterscheiden. Entsprechend viel Kritik erntete der Suchmaschinenriese für diesen Schritt.

Nun rudert Google in einem Tweet ein Stück weit zurück. Dabei erklärt das Team den Schritt und die angeblich positiven Rückmeldungen aus dem Umfeld der mobilen Suche, dessen Ergebnisanzeige schon seit Monaten auf die neue Form umgestellt sei. Dennoch wolle man sich auf das aktuelle Nutzerfeedback einlassen und weiter mit dem Design experimentieren.

Verzicht auf Favicons macht Werbung etwas besser identifizierbar

Der sichtbare Erfolg bestand indes lediglich in der Entfernung der Favicons aus der ersten Zeile des jeweiligen Suchergebnisses. Zwar lässt sich auf diese Weise die Ad-Kennzeichnung etwas besser erkennen, zurück zur auffälligeren grünen Kennzeichnung wollte das Google-Team indes wohl doch nicht. Und auch die Domain-URL blieb oberhalb des Ergebnistextes stehen. Zudem hatte Google nicht etwa die dauerhafte Entfernung der Favicons versprochen. Sie könnten also in der ein oder anderen Form in Kürze wieder auftauchen.

Die Kollegen vom Searchengineland zeigen in einer Übersicht, wie deutlich sich die Werbedarstellung Googles in den letzten 13 Jahren verändert hat. Es bedarf keines Expertenauges, um zu erkennen, dass die Kennzeichnung werblicher Einträge dabei immer schwächer geworden ist.

Von gut bis kaum erkennbar: Googles Werbekennzeichnung über die Jahre. (Quelle: Searchengineland)

Von gut bis kaum erkennbar: Googles Werbekennzeichnung über die Jahre. (Quelle: Searchengineland)

Motivation erklärlich, aber dennoch schwer nachvollziehbar

Die mögliche Mathematik hinter einem derartigen Vorstoß leuchtet auf den ersten Blick ein. Google profitiert nur von Klicks auf werbliche Einträge, nicht von organischem Traffic. Je schwerer beides voneinander zu unterscheiden ist, desto wahrscheinlicher wird der Klick auf einen Werbelink.

Beobachter zeigen sich verwundert über Googles Design-Vorstoß. Immerhin laufen gerade wegen der Suche Untersuchungen in allen US-Bundesstaaten. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob und inwieweit Google sein Quasi-Monopol missbraucht. Auch die Wettbewerbshüter aus Großbritannien beschäftigen sich intensiv mit Googles Werbe-Strategien.

Passend dazu: Wegen Ads: 150 Millionen Euro Bußgeld für Google in Frankreich





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