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Das können die Messenger von Threema über Telegram bis Wire

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Whatsapp ist der Messenger-King, trotz seiner mittlerweile zwei Milliarden Nutzer ist er nicht unumstritten. Daher stellen wir euch hier Whatsapp-Alternativen gesammelt, die einen ähnlichen Funktionsumfang bieten und allerhand Potenzial haben.

Whatsapp ist Marktführer – mit Abstand

Whatsapp ist unbestritten der beliebteste Messenger auf dem Markt – und zwar plattformübergreifend. In den App-Stores der großen mobilen Betriebssysteme Android und iOS (und auch dem Feature-Phone-Betriebssystem KaiOS)  liegt die Anwendung auf den vordersten Rängen. Entsprechend hoch beziffert sich auch die Anzahl an Nachrichten, die über die Server des Dienstes gehen. Nach Angaben des Unternehmens – Stand Ende 2017 – werden 60 Milliarden Nachrichten pro Tag von 1,5 Milliarden Nutzern verschickt – in Deutschland nutzen den Dienst nach letzten Schätzungen über 58 Millionen Menschen täglich.

Whatsapp: Weit verbreitet, aber nur mäßig beliebt – gewissermaßen ein notwendiges Übel. (Bild: Whatsapp)

Vor allem die einfache Handhabung und das simple Anmeldeverfahren scheinen den Erfolg des Dienstes maßgeblich begünstigt zu haben. Um Whatsapp zu nutzen, muss der Messenger lediglich aus dem App-Store geladen werden – die Anmeldung erfolgt über die eigene Telefonnummer. Der Service gleicht nach Bestätigung durch den Nutzer  automatisch die gespeicherten Rufnummern mit der eigenen Datenbank ab. Danach ist es möglich, sich mit seinen Kontakten per Whatsapp auszutauschen und Dokumente jeglicher Art, sowie Sprachnachrichten zu versenden und Videochats zu führen.  Ohne den Abgleich der eigenen Kontakte mit der Whatsapp-Datenbank funktioniert der Dienst nur massiv eingeschränkt. Als DSGVO-konform gilt Whatsapp wegen der Kontakte-Synchronisation nicht.

Trotz seiner weiten Verbreitung ist das Messaging-Tool umstritten: In Tests der Stiftung Warentest schneidet es grundsätzlich wenig gut ab. Sowohl 2014 als auch im Test 2015 (hinter Paywall) lag Whatsapp im unteren Mittelfeld. Seitdem hat Whatsapp zwar eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt und sich damit zu einem der sichersten Messenger am Markt gemausert. Nichtsdestotrotz sammelt das Unternehmen eure Telefonnummern und Metadaten.

Jan Koum und Brian Acton (rechts) gründeten 2009 den Messaging-Dienst Whatsapp. Beide haben Whatsapp-Besitzer Facebook den Rücken gekehrt. (Foto: Sequoia Capital)

2018 kündigte Whatsapp an, ab 2019 Werbung in den Messenger zu bringen – eine Entscheidung, die die Gründer der App – Jan Koum und Brian Acton – nicht unterstützten, weshalb Koum Facebook im Mai im Streit verlassen hatte. Für die Whatsapp-Gründer war von Anfang an die Werbefreiheit des Messengers ein hohes Gut. Schon 2012 – also lange vor der Übernahme durch Facebook – hatten sich Koum und Acton gegen ein werbefinanziertes Geschäftsmodell für ihren Dienst ausgesprochen. „Niemand geht Abends ins Bett und freut sich über die Anzeigen, die er am nächsten Tag sieht“, schrieben die Gründer. Als nächster Schritt steht die Verknüpfung der verschiedenen Facebook-Messaging-Dienste an, was aufgrund des Verschlüsselungsanspruchs womöglich Jahre dauern könnte. Die Pläne zur Werbeintegration wurden indes bis auf Weiteres ausgesetzt.

Wer sich für sein Umfeld nach einer Alternative umsehen will, wird in unserer Übersicht womöglich fündig. Die von uns aufgeführten Messenger bieten einen ähnlichen Funktionsumfang, werden für eine breite Basis an Plattformen angeboten und gelten als sicher.

Threema: Sicherer Messenger aus der Schweiz

Threema Messenger. (Bild: Threema (bearbeitet))

Threema gilt als eine sichere Whatsapp-Alternative. (Bild: Threema (bearbeitet))

Die Themen Sicherheit und Datenschutz werden bei vielen Messaging-Apps leider immer noch kleingeschrieben, auch wenn einige diesbezüglich schon nachgelegt haben. Threema war einer der ersten Messenger, bei denen die Sicherheit höchste Priorität hatte. Das Schweizer Unternehmen hinter dem Produkt versichert, dass die komplette Kommunikation, auch Telefonate, zwischen den Teilnehmern von Anfang bis Ende verschlüsselt übertragen wird. Damit soll es weder für den Betreiber noch für unbefugte Dritte die Möglichkeit geben, mitzulesen. Die Anwendung, mit der Textnachrichten, Fotos, Videos und der eigene Standort verschickt werden können, gibt es sowohl für iOS als auch für Android und mit Threema Web auch für den Desktop.

Whatsapp-Alternative Threema auch fürs Web. (Bild: Threema)

Whatsapp-Alternative Threema auch fürs Web. (Bild: Threema)

Threema betont, dass der Dienst im Unterschied möglichst sparsam mit Metadaten umgehe, ferner sei eure Telefonnummer für die Anmeldung nicht erforderlich, sondern optional hinterlegbar. Bei der Einrichtung der App werde stattdessen eine zufällige Threema-ID generiert. Auf diese Weise könnte Threema auch komplett anonym, ohne jegliche personenbezogene Daten verwendet werden. Zudem sei Threema DSGVO-konform.

Threema ist im Unterschied zu Whatsapp nicht kostenlos, mit einem Betrag von vier Euro noch erschwinglich. Für die firmeninterne Nutzung bietet das Unternehmen einen separaten Threema-Work-Messenger an.

‎Threema


Signal: Edward Snowdens erste Wahl

Die App Signal von Open Whisper Systems steht für Android und iOS zur Nutzung bereit und ist der Messenger der Wahl von Whistleblower Edward Snowden. Der Messenger besitzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die quelloffen entwickelt wird. Mit dem Messenger könnt ihr Textnachrichten und abhörsichere Telefonate führen. Auch für den Desktop und iPads wird ein Client angeboten. Wie bei Whatsapp könnt ihr Sticker, animierte Gifs und Doodle versenden – und Bilder mit Textnachrichten versehen. Seit Februar 2020 bietet Signal in der Beta-Version Reaktionen à la Facebook an. Die Verschlüsselung von Whatsapp basiert übrigens auch auf der Technologie von Open Whisper Systems, der Firma hinter Signal.

Der Funktionsumfang ist zwar nicht so groß wie bei anderen Messengern, dafür kann man sicher sein, dass kein Dritter mitlesen kann. Zudem bietet Signal eine Nachrichten-Option mit Ablaufdatum an. Auch eine lokale, verschlüsselte Backup-Lösung ist an Bord. Bei der Backuplösung in der Cloud, wie es sie etwa optional bei Whatsapp gibt, wird die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterbrochen.  Die Anmeldung erfolgt wie bei Whatsapp per Telefonnummer, euren Klarnamen müsst ihr nicht zwingend angeben.


Wire: Hübscher Multi-Messenger mit Servern in Europa

Ein verhältnismäßig neuer Player auf dem Messenger-Markt ist das Berliner Unternehmen Wire Swiss, das mit seinem Wire-Messenger unter anderem gegen den Platzhirsch Whatsapp antreten will. Der Messenger basiert auf dem WebRTC-Protokoll und ist optisch modern gestaltet. Neben Schriftnachrichten und GIFs unterstützt die Anwendung auch das Versenden von Sprachnachrichten in HD-Qualität, die allesamt Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Gruppenchats mit bis zu 128 Teilnehmern sind außerdem möglich. Jeder Nutzer kann bis zu acht Geräte anmelden, wobei Nachrichten für jedes Gerät einzeln verschlüsselt werden, so Wire. Wire Swiss, das seinen Hauptsitz in der Schweiz hat, seit einigen Monaten die Holding in die USA verlegt hat, betont, dass alle Server in der EU verortet sind.

Der Messenger kann mit iOS-, Android-, Windows- und macOS-Geräten genutzt werden – oder mit einem aktuellen Browser (Chrome, Firefox, Opera). Finanziell unterstützt wird das Unternehmen übrigens von Skype-Mitbegründer Janus Friis. Erfreulich: Im Juli 2016 hat das Unternehmen den kompletten Quellcode der App auf GitHub veröffentlicht, seit April 2017 steht auch der Server-Quellcode auf GitHub zur Einsicht und Nutzung bereit.

Zur Anmeldung ist eure Telefonnumer vonnöten. Kontakte kann der Messenger aus eurem Adressbuch übernehmen – die Telefonnummern werden verschlüsselt. Die Synchronisierung ist jedoch freiwillig – auch ohne Zugriff auf euer Adressbuch kann der Messenger genutzt werden. Für Unternehmen bietet das Unternehmen separate Messengerlösungenan, die eigenen Angaben zufolge auch DSGVO-konform seien.




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Wenige Wochen, die viel verändert haben

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Die Coronakrise hat zu einem echten Schub im Hinblick auf die Digitalisierung in den Schulen geführt. Doch es besteht die Gefahr, dass das nicht anhält und außerdem nicht alle Schüler gleichermaßen davon profitieren.

Wenn man der Coronakrise etwas Gutes abgewinnen will, dann, dass sie unsere Gesellschaft bei der Akzeptanz von Homeoffice weitergebracht hat – und dass unser Bildungssystem in der Digitalisierung in den letzten drei Wochen deutlich weiter gekommen ist als über viele Jahre davor. Initiativen gab es reichlich – und so war es schon für Schulen eher die Qual der Wahl, auf welche Lösungen sie setzen wollen.

Viele Schulen haben mehr oder weniger bei Null angefangen: Digitale Kommunikation mit Eltern und älteren Schülern ist in vielen Fällen nicht vorgesehen, wird verschämt als eine Art Schatten-IT betrieben, bestenfalls mit mäßig leistungsfähigen speziellen einheimischen Tools  durchgeführt. Übertragung von Unterricht, Lernen per Videokonferenz, Mitschnitte von Lerneinheiten – all das ist für viele deutsche Lehrer und ihre vorgesetzten Schulbehörden nicht denkbar. Im Gegenteil: Hier wird und wurde schon diskutiert, ob es einem Schüler erlaubt sein kann, ein Tafelbild nicht abzuschreiben, sondern ein Handyfoto davon zu machen (Stichwort Urheberrecht des Lehrers).

Digitalisierung in den Schulen noch in den Kinderschuhen

Man möge mich nicht falsch verstehen: Aufgaben täglich über eine Schul-Cloud zu stellen, über Fotos und E-Mails einzusammeln, als Lehrer Feedback zu geben – so wie das in vielen Schulen passiert –, das alles ist keine Raketenwissenschaft und verglichen mit zum Beispiel skandinavischen oder baltischen Ländern stehen wir noch ganz am Anfang. Aber es war nun mal in der Vergangenheit kaum möglich. Schuld daran waren oftmals auch formaljuristische Bedenken: Lehrer in vielen Bundesländern dürfen nicht über eine Whatsapp-Gruppe mit den Eltern kommunizieren, obwohl alle Beteiligten das Risiko, dass ein US-Unternehmen involviert ist, eingegangen wären (und obwohl die Geheimhaltungsnotwendigkeit der Inhalte eher mäßig war).

Die Kommunikation über Facebook war und ist bis heute dem Lehrer schon gar nicht erlaubt, sodass dieser sich quasi inkognito unter falschem Namen in die Gruppe einschleusen musste – ein Running Gag für Abifeiern und Klassentreffen in einigen Jahren. Bleibt zu hoffen, dass all das nicht sofort wieder rückgängig gemacht wird, wenn die Behörden wieder aus der coronabedingten Schockstarre erwachen. Denn die Coronakrise hat deutschen Schulen einen ordentlichen Digitalisierungsschub gebracht, der erhalten werden muss.

Schul-Clouds: Gutes Betätigungsfeld für hiesige Unternehmen

Davon abgesehen sind die diversen SaaS-Lösungen für Schüler, Lehrer und Eltern auch ein gutes Betätigungsfeld für deutsche Unternehmen. Denn ähnlich wie beispielsweise Buchhaltungs-Clouds oder Versicherungslösungen gibt es hier so viele deutsche Eigenheiten von deutschem Beamtenrecht bis DSGVO, dass Unternehmen gute Gründe haben, eine der Cloud-Infrastrukturen mit deutschem Serverstandort mit ihren SaaS-Lösungen zu kombinieren. Was allerdings in vielen Fällen fehlt, ist eine Technik, die alle Beteiligten gut beherrschen können – nicht nur der versierte IT-Profi, sondern auch der wenig technibegabte Schüler, den es gerüchteweise auch geben soll.

Denn eines hat die notgedrungene Flucht ins Digitale allerdings auch gezeigt – und das ist eine Erkenntnis, die wir bei vielen neuen Medien der Vergangenheit schon hatten: Die Anwendung solcher Lösungen setzt bei jüngeren wie älteren Schülern eine gewisse Anleitung durch die Eltern und ein Verständnis voraus. Will sagen: Kinder, die zu sinnvoller Nutzung digitaler Lernmethoden angehalten werden, profitieren mehr davon als solche, deren Eltern sie hier wenig unterstützen können.

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Trotz Corona einen kühlen Kopf bewahren

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Bei der Auswahl eines Webinar-Werkzeugs steht eine Armada an Tools zur Verfügung, die alle die Basisdisziplinen beherrschen und sich nur in Details unterscheiden. Aber bei einem Thema solltet ihr genau hinschauen: beim Datenschutz.

„Ob Sie einen Zoom-Account haben oder nicht, wir können persönliche Daten von Ihnen oder über Sie sammeln.“ So lasen sich die AGB von Zoom vor dem 29. März 2020. Das Sammeln von Daten deutscher User in San José, Kalifornien, unterliegt der DSGVO und den Bedingungen von Safe Harbour respektive Privacy Shield.

Aber wenn es nur das Sammeln wäre. Zoom hat am 29. März deshalb seine Datenschutzbedingungen aktualisiert, weil ein Sturm der Entrüstung über das US-Unternehmen herein zu brechen drohte. Das US-Magazin Vice hatte am 28. März enthüllt, dass Zoom die User-Daten an Facebook weitergibt. Am 29. März meldete sich Zoom zu Wort: Man habe das nicht gewusst. Es lag wohl am „Facebook-Sign-in“. Inzwischen habe man den Tracking Code entfernt.

Und man hat die Datenschutzbestimmungen aktualisiert. Zoom speichert niemals User-Daten, außer solche, die es zum Betrieb des Dienstes benötigt. Und auch Content in den Meetings und Webinaren bleibt privat. Die neuen Bestimmungen sind in Listenform recht übersichtlich aufbereitet und hinlänglich transparent. Ob sich der Anbieter daran hält, wird die Zeit zeigen.

Rechtsfallen bei Webinaren

Denn man muss schon reichlich naiv gewesen sein, wenn man 2020 ein Facebook-Signin in einem Tool anbietet und nicht „weiß“, dass Facebook mitliest. Ein einfacher Telefonanruf bei einem noch so kleinen deutschen Website-Betreiber hätte Zoom hier helfen können.

Zoom ist zweifellos ein tolles Webinar-Tool und nicht umsonst hat sich der Börsenwert des Unternehmens in den letzten drei Monaten verdreifacht. Aber dennoch ist Sorgfalt geboten, wenn man sich für ein Tool entscheidet, denn der Veranstalter des Webinars haftet mit.

„Tatsächlich ist das aber vergleichbar mit Facebook. Wenn der Teilnehmer beim Login den AGB des Providers zustimmt, dann stimmt er eben auch einer solchen Datenübertragung oder Nutzung zu“, sagt Medienanwalt Stefan Schicker. Aber: „Der Veranstalter ist in der Verpflichtung, die Tools, die er einsetzt, auch zu prüfen.“

Anwalt Schicker meint: „Es schadet natürlich nicht, sich von den Anbietern explizit bestätigen zu lassen, dass sie die DSGVO einhalten“. (Foto: privat)

Es braucht also einer klassischen Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung. Sollte der von euch gewählte Dienstleister auf eine entsprechende Anfrage nicht reagieren können oder wollen, lasst lieber die Finger weg. „Ein deutscher Ansprechpartner wäre da sicher hilfreich“, so Schicker.

Das Recht am eigenen Webinar-Bild

Es gilt beim Webinar das, was auch bei allen anderen SaaS-Lösungen gilt. Routine für die meisten gewerblichen Nutzer.

Spannender wird es auf der inhaltlichen Seite. Ahnt der Nutzer, dass er für andere Meeting-Teilnehmer per Webcam zu sehen und per Mikro zu hören ist? Schicker unterscheidet hier klar zwei Situationen. „Im Live-Webinar kann von einer konkludenten Zustimmung ausgegangen werden, denn der User kann Kamera und Ton auch ausschalten.“ Um auf Nummer sicher zu gehen, wäre ein entsprechender Hinweis in der Einladung und/oder auf der Landingpage zur Registrierung auf jeden Fall hilfreich.

Anders ist es, wenn das aufgezeichnete Webinar auch auf Abruf für andere Teilnehmer oder eventuell sogar zu Marketing-Zwecken auf Youtube und Co. veröffentlicht werden soll. Das handhabt jeder Webinar-Veranstalter anders, also kann nicht davon ausgegangen werden, dass der User das weiß. „Um der Situation zu entgehen, dass hinterher Teilnehmer ihre Zustimmung zurückziehen, und man das Video neu schneiden muss, braucht es eine individuelle Einverständniserklärung.“ Diese holt man sich ebenfalls auf der Landingpage vor dem Beitritt zum Webinar ein und es ist auch eine gute Taktik, wenn der Moderator des Webinars das zu Beginn noch einmal erwähnt.

Gegenüber den Speakern ist das nicht unbedingt nötig, denn die müssen davon ausgehen, dass die Liveübertragung Bild und Ton zeigt. Aber auch hier sollte man sich eine Erlaubnis zur weiteren Verwendung der Inhalte einholen.

Das Recht am präsentierten Content

Das einfache Setup eines Webinars verführt dazu, Online-Veranstaltungen „aus der Hüfte“ zu organisieren. „Wir machen das Gleiche wie wir auf der Konferenz gemacht hätten“, lautet der gängige Pitch.

Vorsicht! Wenn Speaker ihre Präsentation so halten, wie es ursprünglich geplant war, dann könnten da Inhalte drin sein, die vom Urheberrecht betroffen sind. Das wäre schon im Konferenzraum eine Verletzung des Urheberrechts, aber: „Wo kein Kläger, da kein Richter“, sagt Stefan Schicker. Er empfiehlt, man möge als Speaker viel lächeln, um sich das Publikum gewogen zu halten.

Sobald das Webinar in irgendeiner Form öffentlich wird, reicht Lächeln nicht mehr. Das gilt für kostenlose und somit für jedermann zugängliche Webinare oder auch für deren Aufzeichnung auf Youtube. Hier gibt es kein Pardon, wenn Urheberrechte verletzt werden und es gibt bekanntlich sogar KI-basierte Crawler, die genau nach solchen Rechtsverletzungen suchen. „Die großen Musikverlage sind sehr gut darin aufzuspüren, wenn jemand den Content ihrer Klienten missbraucht“, sagt Schicker.

Und Youtube hilft beim Aufspüren mit. Die Google-Company hat Uploadfilter im Einsatz, die den jeweiligen Rechteinhaber automatisch informieren, wenn ihr Content irgendwo hochgeladen wird. Der NDR schaut sich jeden „illegalen“ Upload des Tatort am Sonntagabend an. Schaltet der Raubkopierer Werbung vor, wird er zur Rechenschaft gezogen. Wenn nicht, sieht man das als „virale“ Verbreitung und duldet den Verstoß.

Nils Müller, Trendforscher aus Hamburg, inszenierte Mitte März einen sehr aufwendig gestalteten Live-Trendvortrag via Youtube. Müller ließ sich vor Greenscreen filmen und spaziert gemütlich in Youtube-Videos herum. Im Abspann nutzt Müller den Hit „Happy“ von Pharrell Williams als Musikuntermalung. Anwalt Schicker bekommt Gänsehaut: „Das kann er nur machen, wenn er die Rechte dafür erworben hat. Bei Stars wie Williams werden die Schadensersatzforderungen sonst schnell sechsstellig.“

Sogar ein Gemälde im Hintergrund des Speakers könnte eine solche Urheberrechtsverletzung auslösen.

Das Recht an der gekauften Leistung

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den es aus rechtlicher Sicht zu bedenken gilt, ist die Äquivalenz zwischen dem ursprünglich geplanten, realen Event und der Ersatzveranstaltung im Netz. „Da der Veranstalter definitiv kein Catering, keine medizinische Notversorgung und kein begleitendes Unterhaltungsprogramm bezahlen muss, ist das eine andere Veranstaltung, als die die ursprünglich gebucht wurde“, sagt der Anwalt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Veranstalter den ursprünglichen Vertrag, der mit dem Ticketkauf entstanden ist, kündigt und dem Besucher ein neues Angebot unterbreitet. Ob dieser das so annimmt, bleibt ihm überlassen. „Der Begriff ‚Umtausch‘ funktioniert dann, wenn der Besucher exakt darüber informiert wird, was ihn beim Webinar oder der Onlinekonferenz erwartet“, sagt Stefan Schicker. Ab dann gilt Vertragsfreiheit und der User muss selbst einschätzen, was ihm die Onlineveranstaltung wert ist.

Was keinesfalls funktioniert, ist, wenn der User nach dem Kauf des Onlinetickets dazu genötigt wird, der Übertragung der Kontaktdaten an Sponsoren oder Partner zuzustimmen, um den Webinar-Raum betreten zu können. „Die Einwilligung muss freiwillig sein“, so Schicker. Der Hinweis auf eine solche Datenweitergabe muss also vor dem Ticketkauf passieren.

Fazit

Alle genannten Regelungen sind keineswegs neu und die meisten Prozesse dafür hat man bereits an anderer Stelle – zum Beispiel beim Sammeln von User-Generated-Content für Social Media – durch exerziert. Aber das Webinar ist eben auch kein rechtsfreier Raum, wo diese Regelungen nicht gelten. Für „innovative“ Interpretationen von Datenschutz, Urheberrecht und User-Consent ist kein Spielraum.

„Außerdem nehmen Sie zur Kenntnis und sind damit einverstanden, dass Zoom sich per E-Mail oder anderweitig mit Informationen, die für Ihre Nutzung der Dienste relevant sind, an Sie wenden kann, unabhängig davon, ob Sie angegeben haben, dass Sie solche Mitteilungen nicht erhalten möchten“. Ob Zoom mit dieser neuen Regel vom 29. März durchkommt, mögen andere entscheiden.

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Amazon verschiebt seinen Prime Day auf August – laut einem Bericht

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Wegen der Coronakrise verschiebt Amazon seine Rabattschlacht Prime Day dieses Jahr angeblich vom Juli bis mindestens in den August. Das berichtet Reuters unter Berufung auf interne Papiere.

Seit 2015 lädt E-Commerce-Riese Amazon einmal im Jahr im Juli zu einer großen Rabattschlacht – das soll vor allem die normalerweise schwächelnden Umsätze in der Sommerzeit ankurbeln. Der zuletzt zweitägige Prime Day verspricht dabei Kunden deutliche Nachlässe auf zahlreiche Produkte auf der Plattform. In diesem Jahr wird die Aktion wegen der Coronakrise wohl bis mindestens in den August hinein verschoben, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Amazon bestätigt Prime-Day-Verschiebung nicht

Als Grundlage für den Bericht dienen Notizen aus einem internen Amazon-Meeting, die Reuters gesehen haben will. Amazon hat die Verschiebung noch nicht offiziell bestätigt. Die aktuellen Beschränkungen bei den Einkaufsmöglichkeiten im stationären Handel haben aber in den vergangenen Wochen einen Ansturm auf Onlinehändler ausgelöst – insbesondere Amazon profitiert von dem Run. Allerdings hat das dazu geführt, dass der Konzern wegen der hohen Nachfrage zuletzt besonders wichtige und häufig bestellte Artikel priorisieren musste. Bei manchen Prime-Artikeln ist die Lieferzeit dadurch auf einen Monat und mehr gestiegen.

Amazon hat sich daher wohl nicht grundlos überlegt, was der Ansturm eines Prime-Day-Events auf die ohnehin stark angespannten Kapazitäten in den Verteilzentren bedeuten könnte. In den Notizen, die David Zapolsky, Chefsyndikus des Konzerns bei einem Treffen hoher Amazon-Manager gemacht haben soll, ist die Rede von bis zu 300 Millionen US-Dollar, um die es im schlimmsten Fall bei einer Verschiebung gehen könnte. Es könnten aber auch nur 100 Millionen Dollar sein.

Um was genau es sich bei diesen Summen handelt, geht es den Papieren aber nicht hervor. Zapolskys Notizen zufolge würden aber rund fünf Millionen Produkte länger in den Lagern bleiben, darunter die während des Prime Days besonders beliebten Echo-Geräte. Darüber hinaus sollen auch andere Händler auf der Plattform betroffen sein. Im vergangenen Jahr sollen diese Händler mit rund zwei Milliarden Umsatz zu dem Verkaufsevent beigetragen haben. Genaue Absatzzahlen zum Prime Day verrät Amazon nicht.

Coronakrise bringt mehr Umsatz für Prime Video

Die Coronakrise wirkt sich laut den Notizen auch negativ auf die Geschäfte mit der Cloud aus, vor allem in Frankreich. Dafür soll das Video-on-Demand-Geschäft im ersten Quartal 100 Millionen Dollar mehr Umsatz als geplant eingebracht haben, wie Reuters berichtet. Außerdem soll Amazon laut den Notizen in dem Treffen den Umgang mit streikenden Mitarbeitern besprochen haben. Die Mitarbeiter in den Lagerhäusern kritisieren die mangelnden Schutzvorkehrungen. Eine Schließung der Verteilzentren hat Amazon bisher abgelehnt. In Europa sollen jetzt mehr Schutzmasken und Fieberkontrollen die Sicherheit erhöhen.

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