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Das waren noch Zeiten | ZEIT ONLINE

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Nach seinem Abgang als britischer Premierminister war David Cameron ganz aus der großen Politik verschwunden. Bald brach das Brexit-Chaos aus, und schnell schienen die sechs Jahre, die er an der Spitze der Regierung gestanden hatte, in weiter Vergangenheit zu liegen. Als die Verhandlungen mit der EU in Brüssel zunehmend schwieriger wurden und das Land immer tiefer in die Krise geriet, wurde dann aber doch immer mal wieder gefragt: Was macht eigentlich der ehemalige Premierminister, der mehr als ein Stück Verantwortung trägt für den ganzen Schlamassel?

Cameron hatte sich in die Hügel der Cotswolds zurückgezogen, einen schicken Wohnwagen für 25.000 Pfund gekauft und sich an die Abfassung seiner Memoiren gemacht. Jetzt ist das Buch da, die Veröffentlichung fällt mitten in eine tiefe konstitutionelle Krise, die das verzweifelte Ringen um den EU-Austritt verursacht hat. Wie die meisten Autobiografien von Politikern ist For the Record ein umfassendes Werk: Auf 700 Seiten blickt Cameron zurück auf ein Jahrzehnt in Westminster, von seiner Wahl zum Oppositionschef 2005 bis zu seinem Rücktritt im Anschluss an das Brexit-Votum vom Sommer 2016.

In Bezug auf das entscheidende Thema – das von ihm eingeleitete EU-Referendum – bringt Cameron eine zwiespältige Haltung zum Ausdruck. Auf der einen Seite zeigt er sich voll von Reue: „Ich bedaure sehr, mit ansehen zu müssen, wie das Land, das ich liebe, in den Jahren [seit dem Referendum] von einer solchen Unsicherheit und Spaltung geprägt ist.“ Er geht auf einige Gründe für den Misserfolg ein: Der Zeitpunkt der Abstimmung sei ungünstig gewesen; er habe die Erwartungen bezüglich der Neuverhandlungen mit der EU, die er vor dem Referendum leitete, zu sehr nach oben geschraubt; während der Kampagne habe er manche falschen Entscheidungen getroffen – die Remain-Zugpferde beispielsweise seien zu abgehoben gewesen, als dass sie die Bevölkerung hätten begeistern können.

„Ich konnte keine Zukunft sehen, in der Großbritannien kein Referendum hielt“

Er ist also bereit, einen Teil der Verantwortung für das verlorene Referendum zu übernehmen. Aber Cameron sagt auch: Ihm sei keine Wahl geblieben, als eine Volksabstimmung abzuhalten. In den vorhergehenden Jahren sei schlichtweg zu viel Entscheidungsgewalt von London nach Brüssel gegangen; die Frage, ob das Land Teil der EU bleiben wolle, hätte irgendwann den Bürgern vorgelegt werden müssen. „Ich konnte keine Zukunft sehen, in der Großbritannien kein Referendum hielt“, schreibt er.

So spielt Cameron jedoch den entscheidenden parteipolitischen Faktor herunter: Der rechte Rand der Tory-Partei und der Aufstieg der EU-skeptischen Rechtspopulisten von Ukip hatten einen Druck aufgebaut, dem sich Cameron nicht zu widersetzen bereit war – denn bis zum EU-Referendum war die Europa-Frage für die meisten Briten kaum eine Priorität, wie Umfragen zeigen.

Zudem zeigt Cameron keinerlei Verständnis dafür, dass die Wirtschaftspolitik, die seine Regierung in den vorangehenden sechs Jahren verfolgt hatte, in bedeutender Weise zur Niederlage von 2016 beigetragen hat: Mit dem Sparprogramm, der sogenannten austerity, das sie nach dem konservativen Wahlsieg von 2010 einleiteten, wollten Cameron und sein Finanzminister George Osborne die Wirtschaft aus der Rezession führen. „Sicherzustellen, dass Großbritannien seinen Verhältnissen entsprechend lebt, war entscheidend, um die Unternehmen zu Investitionen zu bewegen und den Konsumenten Zuversicht zu geben, Geld auszugeben“, schreibt Cameron.



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FAR – Lone Sails 11/12 – Let's Play deutsch [Sidescroller, indie game]

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LP, Lets Play Far – Lone Sials. Indie Spiel. Sidescroller, Jump & Run, Deutsch, German
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Johann Sebastian Bach – Stationen seines Lebens – Trailer | deutsch/german

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Johann Sebastian Bach: Stationen seines Lebens, Teil 1+2:
Ich habe fleißig sein müssen / Ich hab hier meine Behausung erkoren
Gezeigt wird ein filmisches Porträt von Johann Sebastian Bach – seine Kindheit in Eisenach, die Wanderjahre, seine erste Organistenstelle in Arnstadt bis zur Berufung als Kammermusikdirektor des Dresdner Hofes und seinem letzten Werk, Die Kunst der Fuge.

b-a-c-h – Eine Dokumentation in 7 Kapiteln:
Persönlichkeiten aus vielen Ländern sprechen über die weltweite Ausstrahlung der Bachschen Musik und machen deutlich, dass seine Kompositionen bis in das Schaffen zeitgenössischer Komponisten wirkt und die Tanzmusik der Gegenwart tangiert.
Die Volksmusik / Die Orgel / Das Cembalo / Die Spieltechniken / Das Orchester / Der Chor / Coda

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Präsident Bolsonaro gründet neue Rechtspartei | ZEIT ONLINE

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Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro hat eine neue Partei gegründet. Die Aliança pelo Brasil (Allianz für Brasilien) trete gegen „Kommunismus, Globalismus und jede Ideologie ein, die sich gegen die natürliche Ordnung richtet“, sagte der Staatschef nach einem Bericht der Zeitschrift Exame bei der Gründungsfeier. Die Partei soll künftig von dem Präsidenten und seinem Sohn Flávio Bolsonaro geführt werden. Bolsonaro war zuletzt aus seiner bisherigen Partei PSL ausgetreten.  

Um künftig bei Wahlen antreten zu können, muss die neue Partei nun 500.000 Unterschriften in mindestens neun Bundesstaaten sammeln. Die Listen müssen dann vom Obersten Wahlgericht geprüft und beglaubigt werden. Während seiner Zeit als Abgeordneter wechselte Bolsonaro häufig seine politische Heimat: Insgesamt saß er für neun verschiedene Parteien im Parlament. 

Im Programm der neuen Partei heißt es, dass sie „Gottes Platz im Leben, in der Geschichte und in der Seele des brasilianischen Volkes anerkennt“ und sie sich für das Recht auf Waffenbesitz einsetzt. Zudem lehne die Allianz für Brasilien Sozialismus und Kommunismus ab. Anhänger der neue Partei skandierten bei der Gründungsveranstaltung: „Unsere Fahne wird niemals rot sein“.



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