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Die Eingeschlossenen von Wuhan | ZEIT ONLINE

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Chinesen, die nach der wirtschaftlichen Öffnung der Volksrepublik geboren wurden, bekommen in den Tagen des Coronavirus einen Geschmack vom Leben in der Mao-Zeit: Es fahren kaum Autos, Millionenstädte sind verwaist, die Menschen begegnen einander mit Misstrauen, vor den Fenstern flattern Propagandabanner im alten Ton – wenn auch mit anderen Parolen als damals. „Wer auf die Partei hört, muss keine Angst vor dem Virus haben“, lautet eine Botschaft. Eine andere verkündet: „Während des Corona-Ausbruchs zu Hause zu bleiben und ein zweites Kind zu zeugen ist ein Beitrag zum Wohle des Landes“.

He Kai hat bislang weder Kind noch Frau, um ein zweites zu zeugen, und auf die Partei ist er zum ersten Mal in seinem Leben richtig wütend, weshalb sein echter Name nicht in der Zeitung stehen soll. Der 24-jährige Student sitzt seit Wochen in Wuhan fest, jener Stadt mit elf Millionen Einwohnern, in welcher das Coronavirus zuerst auftauchte und die seit dem 23. Januar unter Quarantäne steht. He Kai erzählt seine Geschichte am Telefon, tippt dabei auf seiner Computertastatur. Er spielt ununterbrochen League of Legends, ein Fantasy-Game, mit dem er seine Nerven beruhigt. „Hätten die Behörden Ende Dezember gleich auf die Warnungen von Li Wenliang gehört“, sagt er, „wäre mein Großvater im Januar sicher nicht mehr im Park spazieren gegangen.“

Der Großvater hatte am dritten Tag, nachdem Wuhan von der Außenwelt abgeschnitten worden war, leichtes Fieber bekommen. In eine der Kliniken wollte ihn die Familie nicht bringen, weil die längst zu Seuchenherden geworden waren. Wessen Symptome sich als harmlose Erkältung herausstellen, riskiert, sich auf den überfüllten Klinikfluren mit dem Coronavirus anzustecken. He Kais Eltern, beide Apotheker, behielten den 80-Jährigen also zu Hause, gaben ihm ein Grippemedikament und ein Beatmungsgerät gegen den Husten. Die Großmutter zog ins Wohnzimmer, auf dessen Couch ihr Enkel schläft, wann immer er zu Besuch ist. He Kais Mutter scheuerte von da an jeden Winkel der Wohnung täglich mit Desinfektionsmittel. Nachts schlief die ganze Familie mit Atemmasken.

Zwölf Tage ging das so. Dem Großvater stellten sie die Mahlzeiten mit Plastikhandschuhen vor die Schlafzimmertür. „Sobald er aus seinem Zimmer kam, herrschte meine Großmutter ihn an, zurück ins Bett zu gehen.“ Als die Temperatur des Großvaters auf 39 Grad stieg, fuhr die Familie schließlich doch mit ihm in die Klinik. Das Testergebnis: Nicht nur der Großvater war am Coronavirus erkrankt. Auch die Mutter und die Großmutter hatten sich angesteckt. Der Großvater liegt jetzt im Krankenhaus. Sein Zustand ist stabil.

Seither brütet He Kai über die Frage, was gewesen wäre, hätte man Li Wenliang gleich geglaubt. Der junge Arzt ist zum tragischen Helden dieser Epidemie geworden. Schon Ende Dezember hatte er Kollegen von Patienten berichtet, die das Virus in sich trugen, war dann zum Verhör einbestellt und gezwungen worden, sich selbst der „Verbreitung unwahrer Behauptungen“ zu bezichtigen. Bald darauf stellte sich heraus, dass er selbst mit dem Coronavirus infiziert worden war.

Als am vergangenen Donnerstagabend erste Meldungen über seinen Tod kursierten, hing He Kai wie Millionen seiner Landsleute vor dem Computerbildschirm und wurde Zeuge eines bizarren Propaganda-Schauspiels: Meldungen vom Tod des Arztes wechselten sich ab mit staatlichen Dementis. Bis am Freitagmorgen offiziell bestätigt wurde: Li Wenliang war an den Folgen der Virusinfektion gestorben.

Es sieht nun so aus, als hätten Beamte Rettungsmaßnahmen für den Arzt vorgetäuscht, um einen Entrüstungssturm im Netz hinauszuzögern. „Sie haben mit seinem Leben gespielt“, sagt He Kai, „ich bin am Boden zerstört vor Trauer.“ Man hört am Telefon, wie neben ihm seine Großmutter keucht, die immer noch auf ein Krankenhausbett wartet. Seine Mutter hat in den vergangenen Tagen auf Decken in der Küche kampiert, um den Vater nicht anzustecken. Aber auch der hat jetzt erhöhte Temperatur.



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Verwechslung bei Hamburg-Wahl stellt FDP-Ergebnis infrage | ZEIT ONLINE

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Eine mögliche Verwechslung bei der Stimmerfassung im Wahlbezirk Hamburg-Langenhorn stellt den knappen Wiedereinzug der FDP in die Bürgerschaft infrage. In einem Wahllokal kamen die Liberalen nach der vereinfachten Auszählung am Sonntagabend auf 22,4 Prozent, die Grünen hingegen nur auf 5,1 Prozent. Landesweit war das Ergebnis umgekehrt ausgefallen. „Auffällig ist das auf jeden Fall“, sagte Landeswahlleiter Oliver Rudolf. „Den Hinweis, dass es eine Auffälligkeit gibt, habe ich auch schon weitergegeben.“ 

Sollte es eine Verwechslung der Zuordnung gegeben haben, würden auf die FDP 423 Stimmen weniger entfallen als bisher angenommen. Da die Partei insgesamt nach den vorläufigen Zahlen nur um 121 Stimmen über der Fünf-Prozent-Hürde liegt, könnte dies dazu führen, dass sie den Einzug ins Stadtparlament doch noch verpasst. „Das kann durchaus ausschlaggebend sein“, sagte Rudolf. Alle Stimmen würden am Montag aber ohnehin erneut ausgezählt, so dass ein Irrtum dann auch festgestellt würde.



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Bist du schon Unterschicht? (Vergleich dein Gehalt!)

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Gehaltsverhandlung mit Erfolgsgarantie, ohne Risiko testen:
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Wie schneiden Sie im Gehaltsvergleich ab? Gehören Sie zur Unterschicht, Oberschicht oder Mittelschicht? Wo liegt das durchschnittliche Nettogehalt in Deutschland? Und wie gerecht sind die Gehälter eigentlich? Gehaltscoach Martin Wehrle, der schon zahllose Menschen auf dem Weg zur Gehaltsverhandlung begleitet hat, behandelt die Gehälter hier im größeren Zusammenhang: Was verdienen die Menschen in Deutschland? Und er übt Kritik an der Unterbezahlung ehrbarerer Berufe, ebenso an Friedrich Merz. Er fordert, Unterschicht, Oberschicht und Mittelschicht nicht in erster Linie nach dem Gehalt zu definieren, sondern an moralischen Maßstäben.

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Der „Focus“ schreibt: Martin Wehrle ist „Deutschlands bekanntester Karriereberater“

Eine Übersicht all meiner Karriere-Bücher:

1. Geheimakte Vorstellungsgespräch (exklusives E-Book),

2. Bewerben mit Erfolgsgarantie (Videokurs, 5 Std.),

3. Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch! (Mosaik, 2018),

4. Gehaltsverhandlung mit Erfolgsgarantie (Videokurs),
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Intro Musik: www.bensound.com
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Martin Wehrle ist „Deutschlands bekanntester Karriereberater“ (Focus). Seine über 30 Bücher sind rund um den Globus erschienen, wurden große Bestseller und haben entscheidende Debatten über die Arbeitskultur angeregt. Ob in einer Titelgeschichte für den „Stern“, auf dem Sessel bei „Markus Lanz“ oder auf der Couch bei „Maischberger“: Er engagiert sich für eine menschenfreundliche Arbeitswelt. Er wurde ausgezeichnet mit dem renommierten Coaching-Award und bildet seit 2007 Karrierecoachs an seiner eigenen Akademie aus, mit begeisterten Rückmeldungen:
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Bist du Unter- oder Oberschicht? (Du wirst STAUNEN!)

Unterschicht: 1.309 Euro oder weniger (netto)
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft

Mittelschicht (ohne Hochschulabschluss):1.869 Euro (netto)

Mittelschicht (mit Hochschulabschluss): 2.541 Euro (netto)

Oberschicht: 3.440 Euro oder mehr (netto)

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Kabarettist Jürgen Becker: „Als CDU-Vorsitzende sollten Sie sich nicht als Putzfrau verkleiden“

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SPIEGEL: Herr Becker, kann man sagen: Das Elend von Annegret Kramp-Karrenbauer begann mit einem Karnevalsscherz?

Becker: Das würde ich bestätigen. Als CDU-Vorsitzende sollten Sie sich nicht als Putzfrau verkleiden. Das ist heikel. Sie hat bei ihrem Vortrag schale Witze über die Feinstaubdebatte oder das Gewicht von Peter Altmaier gemacht, sich dabei aber hinter der Rolle der Putzfrau versteckt, es einer Putzfrau in den Mund gelegt. Das hat etwas Feiges. Als Politiker verstecke ich mich nicht hinter einer Figur, die in der Hierarchie unter mir liegt. Das hat was Despektierliches und ist für die Putzfrau ehrverletzend. Kramp-Karrenbauer hat so getan, als würde die doofe Putzfrau reaktionäre Gedanken hegen. Dabei hatte Kramp-Karrenbauer selbst solche Gedanken.

SPIEGEL: Konnten Sie als Kabarettist und Karnevalist über ihren Witz beim Stocka­cher Narrengericht lachen, wonach es in Berlin jetzt Toiletten für das dritte Geschlecht gibt und diese für Männer gedacht seien, die noch nicht wüssten, ob sie jetzt im Stehen oder im Sitzen pinkeln müssen?



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