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Diese Dinge helfen gegen Kinder-Langeweile auf langen Autofahrten

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Seit mein Sohn nicht mehr nach fünf Minuten Autofahrt einschläft, sind mein Mann und ich Unterhaltungsprofis für längere Strecken geworden. Wir spielen „Ich sehe was, was du nicht siehst“, zählen Autos, hören Kindergeschichten, malen. Doch als wir unsere erste Fernreise planten, wurde uns doch etwas mulmig. Wie sollten wir unser damals dreijähriges Kind auf der knapp fünfstündigen Autofahrt zum Kölner Flughafen und dann nochmal fünf Stunden im Flieger bei Laune halten? Erste Maßnahme: Einen Abendflug buchen, damit das Kind im Flugzeug schläft (Spoiler: hat es nicht eine Minute).

Dann mussten wir coole Dinge finden, die nicht nur im Auto Spaß machen, sondern auch ins Handgepäck passen. Ich besorgte neue Stifte, bunte Stempel, Stickeralben, Ausstanzer, ein DIN-A5-Blanko-Notizbuch, Kartenspiele. Als Back-up kaufte ich eine elektrische Schreibtafel und lud die erste Staffel seiner Lieblingsserie aufs Smartphone. Eine richtig gute Idee waren die kleinen Überraschungen, die ich hervorholte, wenn die Stimmung zu kippen drohte: ein neues Pixie, Klebetatoos, einen Mini-Lego-Bausatz.

Ein großer Spaß war auch das selbst gebaute, essbare Armband, das wir im Auto aus buntem Perlenband und ungezuckerten Fruitloops gebastelt haben. Auch die Tüte mit bunten Naschis und seinen heißgeliebten Obstriegeln war ein Renner. Vor Start und Landung durfte sich unser Sohn Kaubonbons aussuchen. Natürlich haben wir bei längeren Fahrten auch Apfelschnitze, Zahnbürste, Pflaster und allerlei gesundes Zeugs dabei, aber hier geht es ja um das Anti-Langeweile-Programm. Diese Entertainment-Action geht natürlich nicht immer. Damit unser mittlerweile vierjähriger Sohn sich auch mal selbst beschäftigt, besorge ich immer wieder Dinge, die ich in seiner Reichweite deponiere. Die machen jede Autofahrt leichter.

NEWYES elektrische Schreibtafel

Kein Papier, nur ein Stift und so schön handlich: Die elektrische Schreibtafel ist unser Dauerbegleiter im Auto. Mein Sohn malt darauf Vulkane, „schreibt“ Einkaufslisten oder spielt, dass er arbeitet. Fällt ihm etwas Neues ein, reicht ein Klick und er hat wieder eine leere Seite. Alles Gekritzel erscheint in einem angenehmen Türkisgrün auf schwarzem Hintergrund. Die Schreibtafel wird mit Stift und Schutzhülle geliefert, die Farbe des Rahmens ist frei wählbar. Praktisch finde ich, dass die Tafel so leicht und schmal ist. Mit seinem 8,5 Zoll großen Display passt das Tablet in jedes Handgepäck. Geht der Stift mal verloren, kann man mit anderen Sachen improvisieren – es funktioniert sogar mit dem Fingernagel. Großer Pluspunkt für mich: Es spart Papier. Beleuchtet ist das Tablet übrigens nicht. Dafür aber magnetisch, man kann es also auch am Kühlschrank anbringen.

Der richtige Moment: Direkt nach Fahrtbeginn, wenn das Kind noch nicht müde ist, aber schon dreimal gefragt hat, ob man schon da ist.

Empfohlenes Alter: Ab drei Jahren.

Macht Spaß, weil: Kinder können damit alleine herumkritzeln, jederzeit das Gemalte löschen und etwas Neues anfangen. Eignet sich auch super für Spiele wie Tic-Tac-Toe.

Klean Kanteen Edelstahl Trinkflasche Kid Sport

Auf der Suche nach einer plastikfreien Flasche, die auslaufsicher, schadstofffrei, leicht und einfach zu bedienen ist, habe ich zahlreiche Modelle ausprobiert. Inzwischen hat sich die 0,35-Liter Edelstahl-Flasche von Klean Kanteen bewährt. Der Trinkverschluss ist BPA-frei und weich. Sie passt prima in den Kinderrucksack, meine Handtasche oder in Trinkbecherhalter. Der Hersteller wirbt damit, dass keine Duft- oder Geschmacksstoffe abgegeben werden. Wir haben die Flasche bisher nur mit stillem Wasser befüllt und noch keine Probleme gehabt. Wer kohlensäurehaltige Getränke bevorzugt, sollte sich den Verschluss Loop Cap dazu bestellen.

Der richtige Moment: Wenn die Zeit der Schnabeltassen und Trinkbecher vorbei ist und der nächste Waldausflug bevorsteht.

Empfohlenes Alter: Je nach Feinmotorik ab drei oder vier Jahren.

Macht Spaß, weil: Die Auswahl ist riesig. Mein Sohn durfte sich die Farbe der Flasche aussuchen und ist entsprechend stolz. Die Größe ist perfekt für Kinderhände.

Mein Immer wieder Sticker Buch: Tiere im Zoo

Tiger, Löwen und Affen gehen immer. Mein Sohn liebt es, die Tiere auf den Zoo-Seiten zu verteilen und beömmelt sich, wenn er Zebras auf Bäume oder Giraffen ins Wasser klebt. Das Format ist praktisch für unterwegs. Wir haben auch großen Spaß, zusammen die Aufgaben zu lösen, Tiere zu zählen oder uns Geschichten zu den Tieren auszudenken. Das Tolle ist: Die Aufkleber sind wiederverwendbar. Wir parken sie auf dem ausklappbaren Buchdeckel. 

Der richtige Moment: Wenn alle Hörspiele durch, alle Bücher gelesen und alle Spiele ausprobiert sind, ist es gut, noch ein Ass im Ärmel zu haben. Vor allem auf Reisen im Zug oder mit dem Flugzeug.

Empfohlenes Alter: Ab drei Jahren.

Macht Spaß, weil: Die Aufkleber lassen sich einfach wieder abziehen und woanders hin kleben.

LÄSSIG Auto-Rücksitztasche

Wohin mit Flasche, Schnuller, Snacks, Büchern und Spielzeug? Damit nicht alles durcheinander fliegt und griffbereit ist, haben wir am Beifahrersitz unseres Autos eine Rücklehnen-Tasche angebracht. Unser Sohn findet das spitze, denn so muss er nicht jedes Mal fragen, wenn er Durst hat oder ein Pixie-Buch haben möchte. Zu Babyzeiten war es entlastend, nicht alles aus der Wickeltasche kramen zu müssen, weil Schnuller & Co. in den Fächern der Rücklehnen-Tasche griffbereit waren.

Der richtige Moment: Die erste Autofahrt mit Kind.

Empfohlenes Alter: Eigentlich sofort.

Macht Spaß, weil: Ob Schnuller, Fläschchen, Stifte oder Bücher: Es ist alles griffbereit – fürs Elternteil neben dem Baby oder Kleinkinder im Autositz.

Icon: Der Spiegel



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Steuerpolitik der OECD: Deutschland gewinnt – Wirtschaft

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Es wäre eine Jahrhundertreform der Unternehmensbesteuerung, und 137 Staaten sind daran beteiligt: Bei der Industrieländer-Organisation OECD in Paris verhandeln Regierungen darüber, wie die Besteuerung von Gewinnen multinationaler Konzerne fairer zwischen Staaten aufgeteilt werden kann.

Das zielt vor allem auf Internetfirmen wie Facebook und Amazon ab, die weltweit Kunden und Nutzer haben, aber ihre Gewinne bislang ganz überwiegend in den USA versteuern. Eine vertrauliche Analyse der EU-Kommission kommt zum Schluss, dass Europa bei Änderungen des Systems insgesamt zu den Gewinnern zählen würde. Doch gibt es auf dem Kontinent größere und kleinere Gewinner – sowie manche Verlierer. Deutschland würde mit am meisten profitieren.

Justiz rechnet mit Prozessflut wegen Cum-Ex

In Deutschlands größtem Steuerskandal soll niemand davonkommen. Die Behörden in NRW wollen deshalb neue Kapazitäten schaffen. Das Ausmaß wäre rekordverdächtig.


Von Jan Willmroth und Nils Wischmeyer


Die Steuereinnahmen der Bundesrepublik könnten um bis zu 0,25 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen – das sind fast neun Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich. Diese Zahlen ergeben sich aus einer Präsentation von Fachleuten der Kommission, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Der 16-seitige Foliensatz der Generaldirektion Steuern und Zollunion stammt vom Oktober und beleuchtet die Folgen verschiedener Reformmodelle. Die neun Milliarden Euro wären Resultat jenes Modells, über das bei der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, gerade verhandelt wird. Die beteiligten Regierungen trafen sich Ende Januar in Paris und zurrten einen Zeitplan fest. Bis zu einer Zusammenkunft in Berlin im Juli wollen sie eine politische Einigung bei den strittigen Details erreichen. Bis Jahresende soll die Reform endgültig stehen.

Gesprochen wird über zwei Bereiche. Zum einen sollen Konzerne in Zukunft einen Teil ihrer Gewinne auch in jenen Ländern versteuern, in denen sie keine Niederlassung haben, dafür jedoch viele Kunden und Nutzer. US-Internet-Unternehmen würden dann mehr Profite in Europa versteuern und weniger in ihrer Heimat. Umgekehrt würde der amerikanische Fiskus mehr Steuern von europäischen Exportfirmen kassieren, die dort viele Kunden, aber keinen nennenswerten Standort haben. Die Analyse der EU-Kommission widmet sich diesem ersten Reformstrang.

Die USA haben die Gespräche verkompliziert. Die EU droht mit einem Alleingang

Zum anderen wollen sich die Regierungen auf eine Mindeststeuer für Konzerne einigen: Verschiebt ein Unternehmen Gewinne in eine Steueroase und unterschreitet seine Abgabenlast daher ein bestimmtes Niveau, soll der geschädigte Staat die Differenz bei der Firma eintreiben dürfen. Bei dieser zweiten Säule sind die Verhandlungen allerdings weniger weit gediehen.

Die Kalkulationen der EU-Kommission ergeben, dass fast alle Mitgliedstaaten von der diskutierten Umverteilung der Steuerrechte profitieren würden. In Frankreich, Portugal, Malta und Slowenien wäre der Effekt – bezogen auf die Wirtschaftsleistung – am größten. Ein Verlierer wäre Irland: Auf der Insel haben Facebook, Google und Apple ihre Europazentralen, angelockt unter anderem vom niedrigen Steuersatz auf Gewinne. Doch viele Kunden haben die Konzerne nicht in der Republik mit ihren weniger als fünf Millionen Einwohnern.

Steuern und Abgaben Weniger Steuern - aber Sozialabgaben steigen deutlich

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Die durchschnittliche Steuerlast war zuletzt so gering wie seit 25 Jahren nicht. Menschen mit sehr hohen Einkommen profitieren besonders.


Von Cerstin Gammelin


Die US-Regierung hat die Verhandlungen jüngst verkompliziert, indem sie forderte, dass Firmen die Wahl zwischen alten und neuen Regeln haben sollten: Ein Unding, klagen Kritiker. Frankreich wollte das Ergebnis der Gespräche nicht abwarten und hat bereits eine Digitalsteuer eingeführt, eine Sonderabgabe, um Gewinne von Webkonzernen besser abzuschöpfen.

Dies erregte den Zorn von Donald Trump. Der US-Präsident fürchtete um seine Steuereinnahmen von Onlinefirmen und drohte deswegen mit Strafzöllen auf französische Produkte. Schließlich einigte er sich aber mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron darauf, still zu halten und zu schauen, ob bei der OECD bis Jahresende eine Lösung gefunden wird. Wenn ja, wird Paris die Digitalsteuer wieder abschaffen.

Auch die EU-Kommission beobachtet gespannt die Debatten bei der OECD. Scheitert die Reform, wird die Brüsseler Behörde als Ersatz eine europaweite Digitalsteuer vorschlagen – allein schon deshalb, weil ansonsten Regierungen geneigt sein könnten, eigene Steuern einzuführen. Dann entstünde ein Flickenteppich: „Es ist wichtig, eine Verbreitung unterschiedlicher Systeme in den Mitgliedstaaten zu verhindern“, sagt Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis. Seine Behörde regte allerdings bereits vor zwei Jahren eine Digitalsteuer an. Das scheiterte damals am Widerstand von Irland und den skandinavischen Staaten. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) gehörte ebenfalls zu den Bremsern.

Sven Giegold, der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, fordert von der Bundesregierung mehr Einsatz für eine faire Besteuerung von Internetkonzernen. Die Analyse der Kommission zeige doch, dass sich „internationale Steuerkooperation für fast alle und ganz besonders für Deutschland“ lohne, sagt er. „Wer Milliarden an gerechten Steuern international ernten will, muss bereit sein, in Europa voranzugehen.“

Die Reformbemühungen der OECD finden sogar Beifall von unerwarteter Seite: Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Wochenende, er hoffe auf einen Erfolg, „damit wir in Zukunft ein stabiles und verlässliches System haben“. Und er akzeptiere, „dass dies heißen könnte, dass wir mehr Steuern zahlen müssen“.

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