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Handelsstreit: Xi sitzt am längeren Hebel – Wirtschaft

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Für Donald Trump geht es nicht nur um Soja-Exporte, sondern auch um seine Wiederwahl. Sein chinesischer „Freund“ ist darauf nicht angewiesen – und kann das Problem einfach aussitzen.

Für Beifallsbekundungen ist es viel zu früh, schließlich haben die zurückliegenden zwei Jahre die Welt gelehrt, dass auf jedwede Meldung über Fortschritte im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit verlässlich der nächste Nackenschlag folgt. Und doch: Die Ankündigung aus Peking, beide Seiten seien im Zuge eines ersten Teilabkommens dazu bereit, einen Teil ihrer bilateral verhängten Strafzölle zurückzunehmen, ist der erste echte Lichtblick seit Langem.

Die Deeskalation ist dringend nötig, denn die Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping haben mit ihrem Hin und Her aus Zöllen und Gegenzöllen nicht nur Lieferketten zerstört, sondern vor allem jenes Kapital, das Firmen unbedingt brauchen, um in neue Fabriken und Mitarbeiter zu investieren: Vertrauen. Mit jedem Tag, an dem der Handelsstreit weiter schwelt, wächst die Gefahr, dass der globale Konjunkturabschwung in eine von Menschen sehenden Auges verschuldete Rezession mündet – die wohl dümmste Form denkbarer Weltwirtschaftskrisen.

USA und China wollen erste Zölle abbauen

Aus Peking kommen vorsichtige Signale der Verständigung – Donald Trump allerdings schweigt bisher.


Von Christoph Giesen, Peking und Claus Hulverscheidt, New York


Es stellt sich jedoch die Frage, was hinter der Annäherung steckt. Ist es tatsächlich Einsicht oder vielleicht doch eher die Sorge Trumps, sich mit einem Konjunktureinbruch in den USA 2020 aller Wiederwahlchancen zu berauben? Leider spricht viel dafür, dass jenes zweite, eher taktische Kalkül ausschlaggebend war.

Dabei ist der Grat, auf dem der US-Präsident wandelt, schmal, denn es wird diesmal nicht reichen, einige kosmetische Änderungen als sensationellen „Deal“ zu verkaufen. Dafür hat er im Streit mit Peking zu hoch gepokert – und dafür sind auch die Probleme zu gravierend. Schließlich geht es in dem Konflikt ja nur vordergründig um Soja-Exporte. Der eigentliche Kern ist die weiterhin ungelöste Frage, wer der Welt im 21. Jahrhundert wirtschaftlich und politisch seinen Stempel aufdrücken wird. Noch sind in beiden Kategorien die USA die Nummer eins, doch China macht ihnen den Platz mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln streitig, wogegen sich die Amerikaner mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln wehren. Ein solcher Grundsatzkonflikt lässt sich nicht mit zeremoniellem Pomp zukleistern, wie Trump ihn so sehr liebt.

Trump könnte die leichte Entspannung im Konflikt mit China schnell wieder beenden

Hinzu kommt: Zölle waren für den Präsidenten bisher auf allen politischen Feldern – vom China-Streit über die illegale Zuwanderung bis zum Syrien-Konflikt – das mitunter einzige Handwerkszeug. Dass ihm sein Druckmittel der Wahl nun ausgerechnet gegenüber Peking ein wenig aus der Hand gleitet, ist für ihn kein gutes Signal. Es zeigt nämlich, dass sein „Freund“ Xi in dem Streit am längeren Hebel sitzt. Zwar kann auch Xi einen Abschwung nicht einfach ignorieren, denn die Macht seiner kommunistischen Partei fußt außer auf Repression auch auf ihrer Fähigkeit, immer mehr Menschen zu bescheidenem Wohlstand zu verhelfen. Anders als Trump muss Xi aber nicht fürchten, einfach abgewählt zu werden. Er kann das Problem vielmehr aussitzen, indem er einige symbolische Zugeständnisse macht und ansonsten das Ergebnis der US-Wahl in einem Jahr abwartet.

Hier liegt die eigentliche Gefahr: Sollte Trump eines Morgens aufwachen und erkennen, dass doch Xi der schlauere „Dealmaker“ ist, könnte jeder Fortschritt mit ein, zwei Twitter-Breitseiten gegen China umgehend dahin sein. Ein Wesenszug des Präsidenten nämlich ist womöglich noch mächtiger als seine Sehnsucht, wiedergewählt zu werden: seine Eitelkeit.

Konsum und Handel Diese deutschen Firmen werden von den US-Zöllen betroffen sein

Diese deutschen Firmen werden von den US-Zöllen betroffen sein

Von Freitag an sollen die Abgaben von 25 Prozent gelten. Sie würden vor allem kleine Betriebe treffen. Werkzeughersteller fürchten um ihr US-Geschäft.


Von Helena Ott




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WELT INTERVIEW: So will Peter Altmaier die Funklöcher stopfen

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1,1 Milliarden Euro will die Regierung in den Mobilfunkausbau investieren. Im Interview mit WELT erläutert der Bundeswirtschaftsminister, warum Deutschland beim Ausbau eines flächendeckenden LTE-Netzes noch immer hinterherhängt.

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Video 2019 erstellt

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Emirates bestellt 50 Airbus-Langstreckenjets | ZEIT ONLINE

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Der Flugzeugbauer Airbus hat sich einen
Milliardenauftrag der Fluggesellschaft Emirates gesichert. Wie die arabische
Fluglinie auf einer Luftfahrtmesse in Dubai mitteilte, hat sie 50
Langstreckenflugzeuge des Typs A350 im Wert von insgesamt 16 Milliarden Dollar
bei Airbus bestellt.

Das sind allerdings weniger Maschinen, als in
einer Vorvereinbarung Anfang des Jahres festgehalten worden waren. Damals war
es um eine mögliche Bestellung von 40 Maschinen des Modells A330neo und 30
A350-Flugzeuge gegangen, insgesamt also 70 Maschinen. Emirates-Chef Ahmed bin
Saeed Al Maktoum erklärte, eine Bestellung von A330neo-Flugzeugen komme nun
nicht mehr in Betracht. Mit Boeing liefen weiter Verhandlungen über eine
vorläufige Bestellung von 40 Maschinen des Typs 787 Dreamliner, ebenfalls ein
Langstreckenflugzeug für 200 bis 300 Passagiere.

„Zusammen mit der A380 werden wir mit
der A350 mehr Kapazität und Flexibilität erhalten. Mit diesen Flugzeugen können
wir neue Märkte erschließen“, sagte Al Maktoum. „Die neuen Flugzeuge
sind leiser und sorgen für eine geringere CO2-Bilanz“, sagte der
Emirates-Chef. Al Maktoum rechnet mit der Auslieferung der ersten A350-Jets im
Jahr 2023. Airbus-Chef Guillaume
Faury
sagte: „Dieser Auftrag ist eine sehr starke Bestätigung für die
A350-Flugzeuge mit der neuesten Technologie.“

Emirates ist eine der größten Airlines
weltweit; sie fliegt 158 Ziele in 84 Ländern an. Die Flotte umfasst 267 große
Maschinen, darunter mehr als 100 Riesenjets Airbus 380. Damit ist sie der größte Abnehmer des weltgrößten
Passagierjets Airbus A380.
Nachdem die Airline im Februar einen Teil ihrer Bestellungen stornierte, um
kleinere Maschinen zu ordern, entschied sich Airbus, den Bau des Modells mangels anderer Aufträge im Jahr 2021
einzustellen.

Trotz Abstürzen kann Boeing weitere 737 Max verkaufen

Verkündet wurde der Deal auf der Air Show in
Dubai, die eine der größten Luftfahrtmessen der Welt ist. Auf der Messe konnte auch Boeing
einen Erfolg verzeichnen: Die türkische Fluglinie SunExpress bestellte bei dem
US-Flugzeugbauer zehn weitere Maschinen des Modells 737 Max zu den bereits
georderten 32 Flugzeugen des gleichen Typs dazu. Nach Listenpreisen hat die
Nachbestellung ein Volumen von 1,2 Milliarden Dollar. Das
Gemeinschaftsunternehmen von Turkish Airlines und Lufthansa bekennt sich damit
ausdrücklich zu dem Modell, das seit zwei Abstürzen weltweit am Boden bleiben
muss und den amerikanischen Flugzeughersteller in eine Krise gestürzt hat.

Zudem
stach für den Airbus-Konkurrenten ein prestigeträchtiges Projekt für Klima- und
Umweltschutz hervor: Die Emirate-Fluggesellschaft Etihad will eine Boeing 787
Dreamliner zu einem Versuchslabor für die Entwicklung eines Treibstoff
sparenden Flugzeugs machen. Etihad-Chef Tony Douglas sagte bei der Vorstellung
des Projekts, der „Greenliner“ solle zu einem „Social-Media-Star“ aufgebaut
werden und bis zu 20 Prozent weniger Sprit verbrauchen als jedes andere
Flugzeug in der Etihad-Flotte. Von dem Projekt könne die gesamte Flugindustrie
profitieren. Das Flugzeug „macht nicht nur wirtschaftlich vom Blickwinkel einer
Gewinn- und Verlustrechnung Sinn, sondern auch, weil es direkte Auswirkungen
auf das CO2 wegen des verbrannten Treibstoffs hat“, erklärte Douglas.



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Wirecard wird zur Bank – Wirtschaft

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Wirecard fiel zuletzt vor allem durch Börsenturbulenzen auf. Nun sorgt der Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München mit einer Ankündigung für Aufsehen: Er steigt mit einem eigenen Girokonto groß ins Bankgeschäft ein und macht herkömmlichen Kreditinstituten damit künftig Konkurrenz. Auffällig dabei ist das Kampfangebot von 0,75 Prozent Zinsen für Guthaben auf dem Girokonto.

0,75 Prozent sind in Zeiten von Null- und Negativzinsen konkurrenzlos. Andere Banken verzinsen Guthaben auf Girokonten in der Regel überhaupt nicht, auch für Festgeld oder Tagesgeld gibt es kaum mehr Zählbares. Der Grund ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank, die den Leitzins bei 0,0 Prozent eingefroren hat und für kurzfristige Einlagen von Banken bei ihr sogar einen Negativzins von 0,5 Prozent verlangt.

Wirecard gibt zu, dass es bei dem Angebot in erster Linie um Marketing geht: „Es ist offensichtlich, dass wir mit dem Guthabenzins von 0,75 Prozent unser Angebot noch attraktiver machen wollen, um die Kundenbasis zu vergrößern“, sagt eine Sprecherin. Man wolle auf der App künftig Dienstleistungen integrieren, die auf Daten und Künstlicher Intelligenz basierten, das funktioniere vor allem in der Masse gut. Für Wirecard ergebe sich daraus langfristig ein neues Geschäftsmodell. Deshalb sei der Zinssatz von 0,75 Prozent zeitlich nicht begrenzt, „wir möchten dies nachhaltig anbieten“.

Die Obergrenze für Guthaben soll im fünfstelligen Bereich liegen.

Das Führen des Girokontos soll zudem kostenlos sein. Geschäftsbanken verlangen dafür meist eine monatliche Grundgebühr. Nur bei rund 40 Instituten, meist Direktbanken, ist es ebenfalls gratis.

„Finanziellen Alltag“ leichter machen

Wirecard bietet die neuen Dienste auf seiner Plattform „Boon Planet“ an, die bereits vor drei Wochen eingeführt wurde. Mit dem Angebot von 0,75 Prozent geht das Unternehmen noch stärker in die Offensive. Der Service soll zügig ausgeweitet werden: Bald werde es auch eine Kreditfunktion mit einem Dispozins im einstelligen Bereich geben, kündigt die Sprecherin an. Vorgesehen sind außerdem Sparpläne und andere Anlage-Produkte. Ziel sei es, „den kompletten finanziellen Alltag von Konsumenten einfacher zu gestalten“.

Wirecard bietet auf Boon Planet auch eine Multibanking-Funktion an, mit der sich verschiedene Konten in einer App verwalten lassen. Zudem sollen darauf nicht nur Bankgeschäfte möglich sein, sondern auch andere Dienstleistungen, zum Beispiel die Versicherung von Produkten oder Mobilitätsdienste wie das Bestellen von Taxi oder Mietwagen. „Wir stellen die Plattform außerdem anderen Unternehmen zur Verfügung“, sagt die Sprecherin. Man wolle eine technologische Basis anbieten, auf der sich verschiedene Dienste integrieren lassen. „Der Pioniergedanke ist uns dabei wichtiger als der Konkurrenzgedanke“, hieß es weiter.

Die Ziele sind ehrgeizig: Boon Planet wird zunächst in Deutschland eingeführt, bald in Europa, später auf der ganzen Welt. Bis zum Jahr 2025 will Wirecard mit der Plattform „hunderte Millionen Bankkunden“ gewinnen. Über eine Banklizenz verfügt Wirecard schon seit längerer Zeit. Groß wurde das Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren mit der Abwicklung von Onlinezahlungen im Hintergrund, also zwischen Händlern und Banken. 2015 führte es Boon ein und wandte sich damit erstmals an Endverbraucher. Boon ist eine App für das Bezahlen per Smartphone im Internet und in Läden, ähnlich wie es der Konkurrent Paypal anbietet. Mit Boon Planet weitet Wirecard seinen Service nun von reinen Zahlungsdiensten auf originäre Bankgeschäfte aus.

Wirecard war zuletzt häufig in den Schlagzeilen, positiv wie negativ. Der Zahlungsdienstleister schrieb an der Börse in den vergangenen Jahren eine Erfolgsgeschichte und verdrängte 2018 die Commerzbank aus dem Dax, dem Index der 30 größten deutschen Aktienwerte. Anfang dieses Jahres berichtete die Financial Times, Wirecard habe in Asien im großen Stil eigene Geschäftsdaten manipuliert; dies führte zu einer beispiellosen Berg- und Talfahrt beim Aktienkurs. Im April entkräftete Wirecard die Vorwürfe erst einmal, gab aber auch Fehler zu.

Die Gerüchte schwelen indes weiter: Als vor vier Wochen die Financial Times weitere Details veröffentlichte, brach der Aktienkurs wieder um 15 Prozent auf 120 Euro ein. Auf die Ankündigung vom Montag reagierten die Anleger auch nicht gerade euphorisch: Der Wirecard-Kurs fiel um 1,7 Prozent auf 120,40 Euro.

Wirecard will Gewissheit

Das Unternehmen setzt in der Affäre um mögliche Bilanzmanipulationen bei einer Tochter jetzt doch einen externen Wirtschaftsprüfer ein. Das ist eine beachtliche Kehrtwende des Managements – nicht ganz freiwillig.


Von Nils Wischmeyer




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