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Nachrichten und Politik

Hitler und der Nationalsozialismus: Rhetorik und Terror – Politik

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Der März vor 87 Jahren dürfte für nicht wenige Deutsche noch beklemmender gewesen sein als es die jetzigen Tage für uns Heutige sind.

Am 5. März 1933, bei den letzten formal noch freien Reichstagswahlen, erreichte die radikalnationalistische, zutiefst antisemitische Partei des fünf Wochen zuvor ins Amt gekommenen Reichskanzlers Adolf Hitler 43,9 Prozent der Stimmen.

Der erhoffte „haushohe“ Erfolg war das nicht; auch mit den Deutschnationalen zusammen hatten die Nationalsozialisten im Reichstag keine Mehrheit und schon gar nicht zwei Drittel der Stimmen.

Die brauchte die Partei, um ihren Plan zur Zerstörung der parlamentarischen Demokratie umsetzen zu können. Also besann sich die NSDAP auf das, was sie seit ihrer Gründung am besten konnte: Agitation, Mobilisierung und Terror.

Der Reichsinnenminister setzte, um „Ruhe und Ordnung“ sicherzustellen, kommissarische Regierungsleitungen in den Ländern ein; zusammen mit der in vielen Jahren erprobten Gewaltbereitschaft von SA und parteieigenen Schlägern war das ein furchteinflößender Zangenangriff auf Föderalismus und Verfassung des Reiches.

Die Verneigung Hitlers vor Hindenburg konnte allenfalls notorisch Wohlmeinende ruhig stimmen

Der emeritierte Zeithistoriker Hans-Ulrich Thamer nennt das Geschehen in seiner knappen, kenntnisreichen Geschichte der NSDAP zurückhaltend „staatsstreichähnlich“.

Der „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933 mit der Verneigung Hitlers vor dem Reichspräsidenten Hindenburg konnte allenfalls notorisch Wohlmeinende ruhig stimmen.

Zwei Tage später verabschiedete der Reichstag allein gegen die Stimmen der SPD das Ermächtigungsgesetz. Es übertrug der Regierung fast unbeschränkte Befugnisse. Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit hörten auf zu existieren.

Dass es soweit kommen würde, stand am 24. Februar 1920 in München allenfalls in den Sternen. Bei ihrer „eher unauffälligen Gründung“, so Thamer, war die NSDAP eine obskure Kleinpartei wie andere auch. Sie wuchs rasch, auch dank des begabten und aggressiven Propagandaredners Hitler, der die Gründung später zu einem „Erweckungsvorgang“ aufbauschte.

Unablässig mobilisierte und kontrollierte „Volksgemeinschaft“

Entsprechend charakterisiert Thamer die Nationalsozialisten als „Glaubensgemeinschaft“, die sich Hitler mit seiner Erlösungsrhetorik willig unterwarfen, so wie es später fast alle Deutschen taten.

Bei aller Kürze ist Hans-Ulrich Thamer ein detailreiches Buch über Aufstieg und Triumph der NS-Bewegung mit ihren schließlich mehr als sieben Millionen Mitgliedern gelungen.

Ihrem obersten Hassprediger folgte sie gläubig bis zum Machtverfall 1945, dabei die „Volksgemeinschaft“ unablässig mobilisierend und kontrollierend.

Hans-Ulrich Thamer: Die NSDAP. Von der Gründung bis zum Ende des Dritten Reiches. Verlag C. H. Beck, München 2020. 127 Seiten, 9,95 Euro.



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Mensch Adenauer Doku

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onrad Adenauer litt unter Albträumen, nahm Aufputschmittel und sah schwarz für die CDU. So jedenfalls legt es das geheime Tagebuch seines Sohnes Paul nahe.

Zum 50. Todestag des ersten Bundeskanzlers erinnert „ZDF-History“ an den Mann, der die deutsche Geschichte nach 1945 wie kaum ein anderer prägte. Doch hinter der Fassade der Selbstbeherrschung verbarg sich ein von Stimmungen getriebener Mensch.

Erstmals veröffentlichte Aufzeichnungen des Adenauer-Sohnes Paul machen deutlich, wie sehr Schwarzseherei, Misstrauen und Gemütsschwankungen vor allem die späten Jahre seines Vaters prägten.

Autor Uli Weidenbach hebt auch die Verdienste des Gründungskanzlers hervor: Westbindung, erste Schritte zur Einigung Europas, der Weg in Demokratie und soziale Marktwirtschaft – trotz Kritik an so mancher autoritärer Attitüde und an seiner polarisierenden Deutschland-Politik gilt Adenauer als der große Weichensteller der Bonner Republik. Die Heimholung der letzten Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion machte ihn für lange Zeit zum populärsten Kanzler. Doch wetterte er über Freunde und Gegner, fühlte sich insgeheim immer wieder hintergangen. Auch dem Volk, das er regierte, traute er nicht, hielt es für politisch wankelmütig.

Aufzeichnungen und Briefe des Kanzlers selbst und Aussagen von Familienangehörigen vermitteln weitere Einblicke in das Privatleben eines Mannes, den viele immer noch als größten Deutschen des 20. Jahrhunderts betrachten. Renommierte Historiker reflektieren den aktuellen Stand der Adenauer-Forschung. Prof. Hanns Jürgen Küsters, der das Tagebuch des Adenauer-Sohnes Paul jüngst editiert hat, spricht von „einem grandiosen Fund, der neue Perspektiven auf den Gründungskanzler der Bundesrepublik eröffnet“.

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Deutsch lernen mit Nachrichten, 06 04 2020 – langsam gesprochen

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UN-Generalsekretär warnt vor Gewalt gegen Frauen in Corona-Krise

UN-Generalsekretär António Guterres hat eine Zunahme von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen in der weltweiten Corona-Krise angeprangert. Als Folge der in der Krise gewachsenen wirtschaftlichen und sozialen Drucksituationen habe es in der vergangenen Woche eine erschreckende globale Zunahme der häuslichen Gewalt gegeben, sagte Guterres in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. Der UN-Generalsekretär appellierte an alle Regierungen, Maßnahmen zur Eindämmung der Gewalt gegen Frauen in ihre Notfallpläne aufzunehmen. So sollten etwa Notrufsysteme in Apotheken und Drogerien eingerichtet werden.

Johns Hopkins meldet Schreckenszahl

Deutschland hat nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität jetzt mehr als 100.000 bekannte Corona-Infektionsfälle. Die Schwelle wurde demnach am Sonntagabend überschritten. Die Zahl der Menschen in der Bundesrepublik, die bisher an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 starben, wurde mit 1576 angegeben. Die Johns-Hopkins-Universität erhebt ihre Daten nach einer anderen Methodik als das deutsche Robert-Koch-Institut, das bis zum Sonntag einige tausend Infektionsfälle weniger bestätigt hat.

Queen spricht Briten in Corona-Krise Mut zu

Königin Elizabeth II. hat die Briten in einer Rede an die Nation auf einen gemeinsamen Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eingeschworen. Sie rief die Bürger auf, „geeint und entschlossen“ zu bleiben. „Wir werden siegen“, sagte die Monarchin in der am Sonntagabend ausgestrahlten Fernsehansprache wörtlich. Die Queen bedankte sich zudem bei allen Briten, die zu Hause blieben, um besonders gefährdete Menschen zu schützten.

Sorge um britischen Premierminister

In Großbritannien ist der an COVID-19 erkrankte Regierungschef Boris Johnson in ein Krankenhaus gebracht worden. Da der Premierminister noch immer Symptome aufweise, habe ihm sein Arzt zu weiteren Untersuchungen geraten, hieß es aus der Downing Street. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Der 55-jährige Johnson hatte sich nach seinem positiven Corona-Test vor anderthalb Wochen in Quarantäne begeben.

Duma untersucht Corona-Beiträge der DW

Das russische Parlament will die Deutsche Welle und andere Medien wegen ihrer Berichterstattung über den Umgang Moskaus mit der Corona-Pandemie ins Visier nehmen. Der Auslandssender der Bundesrepublik habe falsche Nachrichten über das russische Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus verbreitet, sagte Wassili Piskarjow, der eine entsprechende Untersuchungskommission in der Staatsduma leitet. Die DW wies die Vorwürfe vehement zurück. Kritiker werfen Russland vor, ein „Regime der totalen Zensur“ zu schaffen.

Erhöhte Radioaktivität bei Tschernobyl

In der Sperrzone rund um das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl ist infolge eines Waldbrands erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Der Leiter des staatlichen Umweltinspektionsdienstes, Jegor Firsow, veröffentlichte ein Video, in dem ein Geigerzähler das 16-fache des Normalwertes anzeigte. Das Feuer habe sich auf 100 Hektar Fläche ausgebreitet, berichtete Firsow. Ein Reaktorblock des AKW war 1986 explodiert. Die Umgebung ist bis heute stark verstrahlt.

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Slowakei – 23 Jahre Haft für Journalisten-Mord – Politik

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Der Mörder des slowakischen Journalisten Ján Kuciak muss für 23 Jahre ins Gefängnis. Zu diesem Urteil kam am Montag der Spezialstrafgerichtshof Pezinok nahe der Hauptstadt Bratislava. „Kaltblütigkeit und Heimtücke“, hätten das Handeln des 37 Jahre alten Täters bestimmt, begründete Richterin Ružena Sábová den Spruch des Gerichts. „Die Opfer hatten keine Chance, sich zu wehren.“

Im Februar 2018 waren der 27-jährige Investigativjournalist Ján Kuciak und seine gleichaltrige Verlobte in ihrem Haus erschossen worden. Kuciak hatte über illegale Geschäfte des Unternehmers Marian Kočner geschrieben, sowie über dessen Verbindungen zur damaligen Regierungspartei Smer SD. Deren Vorsitzender, der damalige Premier Robert Fico, soll zudem Verbindungen zur italienischen Mafia haben. Auch darüber schrieb Kuciak. Kočner hatte Kuciak bedroht und ist angeklagt, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Die Verhandlung gegen ihn und zwei weitere mutmaßliche Mittäter dauert an und soll Mitte April fortgesetzt werden.

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Der nun verurteilte Täter hatte in der Haft gestanden und im Januar vor Gericht umfassend ausgesagt. Dabei wurde auch deutlich, dass die Verlobte Kuciaks ein Zufallsopfer war – der Täter hatte nicht damit gerechnet, sie anzutreffen. Er wurde zugleich eines weiteren Mordes im Dezember 2016 für schuldig befunden. Das Strafmaß von 23 Jahren ist für slowakische Verhältnisse gering. Mit mindestens 25 Jahren war gerechnet worden. Die Höchststrafe wäre lebenslang – was auch bis ans Lebensende bedeutet. „Das Gericht sendet damit das Signal, dass es Sinn hat, zu gestehen und mit den staatlichen Organen zusammen zu arbeiten“, erklärte Richterin Sábová. Ein weiterer geständiger Mittäter, der den Auftrag vermittelt hatte, war im Dezember zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Marian Kočner muss ebenfalls mit 25 Jahren Gefängnis rechnen. Er wurde Ende Februar zudem für schuldig befunden, Wechsel gefälscht zu haben, allein dafür muss er 19 Jahre in Haft.

Nach dem Mord an Kuciak hatten Zehntausende Menschen in der Slowakei wochenlang gegen die Regierung demonstriert. Am 29. Februar wurden neue Parteien an die Macht gewählt – sie versprechen, gegen die Korruption zu kämpfen.



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