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Finanznachrichten

USA bestätigen Übereinkunft im Zollstreit mit China

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USA und China signalisieren Annäherung im Zollstreit

(Reuters) Die USA haben chinesische Angaben bestätigt, wonach es eine Übereinkunft im Handelsstreit zwischen den beiden Volkswirtschaften gibt. Beide Seiten hätten sich geeinigt, als Teil einer ersten Phase eines Handelsabkommens die Zollschraube zurückzudrehen. Dies sagte ein Regierungsvertreter in Washington am Donnerstag (Ortszeit). Ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking hatte zuvor gesagt, die USA und China wollten Zölle schrittweise zurücknehmen. Details blieben allerdings noch unklar.

US-Präsident Donald Trump beim Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Osaka am 29. Juni anlässlich des G-20-Gipfels. (Bild: Kevin Lamarque / Reuters)

US-Präsident Donald Trump beim Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Osaka am 29. Juni anlässlich des G-20-Gipfels. (Bild: Kevin Lamarque / Reuters)

Die anvisierte Übereinkunft im Handelsstreit zwischen den USA und China stösst nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters im Weissen Haus allerdings auf teils heftigen internen Widerstand. Auch externe Berater seien gegen eine schrittweise Rücknahme von Sonderzöllen, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen am Donnerstag (Ortszeit). Man sei sich innerhalb der amerikanischen Regierung uneinig, ob ein solcher Schritt die Verhandlungsposition der USA schwäche.

Die USA und China überziehen sich seit über einem Jahr gegenseitig mit milliardenschweren Sonderzöllen. US-Präsident Donald Trump stört sich unter anderem am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China. Er wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken und Beschränkungen für ausländische Unternehmen sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor. Zuletzt gab es aber vermehrt Signale der Annäherung. Im Dezember soll es laut amerikanischen Regierungskreisen ein Treffen zwischen Trump und Chinas Präsident Xi Jinping zur Unterzeichnung eines ersten Handelsvertrags geben.

Vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit den USA hat sich Chinas Aussenhandel im Oktober erneut abgeschwächt. Die Exporte der zweitgrössten Volkswirtschaft fielen im Vergleich zum Oktober des Vorjahres um 0,9% auf 212,9 Mrd. $. Die Importe gingen um 6,4% auf 170,1 Mrd. $ zurück. Das teilte die Zollbehörde in Peking am Freitag mit. Beide Werte lagen allerdings über den Erwartungen von Analysten, die mit einem stärkeren Rückgang gerechnet hatten. Besonders deutlich fiel erneut das Minus im Handel mit den USA aus. Chinas Ausfuhren nach Amerika brachen im Oktober um 16,2% ein. Die Einfuhren gingen um 14,3% zurück.

In der Schweiz nimmt die Arbeitslosigkeit zu

tsf.

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat leicht zugenommen. Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) waren Ende Oktober 101 684 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, das sind 2586 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 2,1% im September 2019 auf 2,2% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 5631 Personen (-5,2%).

Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) verringerte sich um 660 Personen (-5,2%) auf 11 992. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang um 1072 Personen (-8,2%). Die Anzahl der Arbeitslosen 50-64 Jahre erhöhte sich um 988 Personen (+3,6%) auf 28 409. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einer Abnahme um 1280 Personen (-4,3%).

Insgesamt wurden 176 495 Stellensuchende registriert, das sind 5072 mehr als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode sank diese Zahl damit um 6951 Personen (-3,8%). Auf den 1. Juli 2018 wurde die Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8% schweizweit eingeführt. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich im Oktober um 3198 auf 34 927 Stellen. Von den 34 927 Stellen unterlagen 22 217 Stellen der Meldepflicht.

Im August 2019 waren 964 Personen von Kurzarbeit betroffen, 220 Personen mehr (+29,6%) als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 14 Einheiten (+24,1%) auf 72. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 6137 (+13,7%) auf 50 802 Stunden zu. In der entsprechenden Vorjahresperiode (August 2018) waren 16 407 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 252 Personen in 53 Betrieben verteilt hatten.

Richemont erzielt enttäuschenden Halbjahresgewinn

(awp/sda) Der Luxusgüterkonzern Richemont hat im Sommerhalbjahr den Umsatz gesteigert und dabei vor allem mehr Schmuck verkauft. Allerdings bekam Richemont die Unruhen in Hongkong zu spüren und verfehlte mit den Ergebnissen die Erwartungen. Der Konzernumsatz nahm in den Monaten April bis September um 9% auf 7,40 Mrd. € zu, wie Richemont am Freitag bekannt gab. Deutlich abgeschwächt hat sich dabei das Wachstum in Asien-Pazifik (+5%). Der Grund sind die Unruhen in Hongkong, wo die Einnahmen im zweistelligen Prozentbereich einbrachen. In allen weiteren Regionen ist Richemont gewachsen.

Einmal mehr konnte Richemont im grössten Bereich Schmuck mit den Marken Cartier und Van Cleef & Arpels zulegen: Der Umsatz nahm um 8% auf 3,74 Mrd. zu. Der Umsatz im Bereich Specialist Watchmakers mit Marken wie IWC oder Piaget stieg nur um 1% auf 1,57 Mrd. €. Im neu eingeführten Segment «Online Distributors» kletterten die Verkäufe mit den Übernahmen des Onlinehändlers Yoox-Net-A-Porter und Watchfinder.com um ein Drittel auf 1,18 Mrd. Eurp.

Der Betriebsgewinn (Ebit) stieg um 3% auf 1,17 Mrd. €. Höhere Kosten etwa fürs Verkaufsnetzwerk drückten auf die Profitabilität. Unter dem Strich brach der Reingewinn um 61% auf 869 Mio. € ein. Der Grund dafür ist ein Bewertungsgewinn auf Yoox-Aktien, den Richemont vor einem Jahr im Rahmen der Vollübernahme der Italiener verbuchen konnte.

Mit den Kennzahlen hat Richemont die Vorgaben der Analytiker verfehlt, vor allem mit den Ergebnissen. Im Vorfeld haben die Experten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 7,44 Mrd. €, einem Ebit von 1,24 Mrd. und einem Reingewinn von 948 Mio. gerechnet.

Apec-Gipfel soll von Chile in die USA verlegt werden

(Reuters) Nach der Absage des Asien-Pazifik-Gipfels in Chile wegen der dortigen Unruhen springen womöglich die USA ein. Im Gespräch sei eine gemeinsame Ausrichtung des Apec-Treffens durch die USA und Chile im Januar 2020. Dies sagte ein ranghoher amerikanischer Regierungsvertreter am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Der Gipfel würde in einem solchen Fall an einem Ort in den USA stattfinden, hiess es weiter. Ein Entscheid sei aber noch nicht gefallen.

Ursprünglich sollte das Treffen Mitte November in Chile abgehalten werden. Wegen gewalttätiger Strassenproteste gegen die dortige Regierung hatte Chile die Veranstaltung allerdings kurzfristig abgesagt.

Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa geht in den zweiten Tag

(dpa) Bei der Lufthansa geht an diesem Freitag der Streik der Flugbegleiter weiter. Das Kabinenpersonal hat seit Donnerstag die Arbeit niedergelegt, um den Arbeitgeber in Gespräche über höhere Spesen und Zulagen sowie weitere Verbesserungen zu zwingen. Die Gewerkschaft Ufo und Lufthansa haben zwar für das Wochenende Sondierungsgespräche vereinbart, um in eine Schlichtung zu kommen. An der Fortführung des Streiks ändere das aber nichts, hatte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies am Donnerstag erklärt.

Nach dem Sonderflugplan der Lufthansa sollen am Freitag weltweit rund 600 Flüge ausfallen. Auch nach Streikende werden für Samstag zunächst noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Am Donnerstag waren 700 Flüge gestrichen worden. Insgesamt rechnete Lufthansa mit 180 000 betroffenen Passagieren.

Erneut dürfte es die meisten Absagen an den beiden Lufthansa- Drehkreuzen München und Frankfurt geben, weil nur die Kernmarke Lufthansa bestreikt wird. Diese ist an kleineren Flughäfen nur mit Zubringerflügen nach Frankfurt und München präsent, so dass hier nur einige wenige Flugabsagen erwartet werden.

Für Gespräche über eine Anbahnung der Schlichtung haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, um inhaltlich voran zu kommen. Lufthansa hatte seit Monaten dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. Man hoffe auf eine Annäherung, hatte Ufo-Sprecher Baublies erklärt. «Wenn’s nicht klappt, müssen wir am Montag verkünden, dass es weitere Streiks gibt», fügte der frühere Ufo-Vorsitzende am Donnerstag hinzu.

Ufo fordert im laufenden Tarifkonflikt für die rund 21 000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für vier weitere Flugbetriebe des Konzerns wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten. Lufthansa hatte bereits eine Lohnerhöhung um 2,0% freiwillig umgesetzt. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Kriselnder US-Modekonzern Gap verliert Konzernchef

(dpa/Reuters) Der angeschlagene amerikanische Modekonzern Gap muss sich einen neuen Spitzenmanager suchen. Konzernchef Art Peck hat seinen Rücktritt eingereicht, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss in San Francisco mitteilte. Übergangsweise soll der Verwaltungspräsident Robert Fisher den Posten von Peck mitübernehmen.

Art Peck, CEO von Gap, spricht bei der Clinton Global Initiative in New York am 28. September 2015. (Bild: Mark Lennihan / AP Photo)

Art Peck, CEO von Gap, spricht bei der Clinton Global Initiative in New York am 28. September 2015. (Bild: Mark Lennihan / AP Photo)

Bis eine Lösung gefunden sei, würde ihn das Verwaltungsratsmitglied Bobby Martin unterstützen – ein früherer Walmart-Manager mit über 35 Jahren Erfahrung in der Einzelhandelsbranche. Am Markt kam die Nachricht nicht gut an, die Aktien brachen nachbörslich um 12% ein.

Parallel zum Abgang Pecks, der seit fast 15 Jahren im Unternehmen und seit 2015 Konzernchef ist, wurden allerdings auch die Ziele für das das Geschäftsjahr 2019 nach unten korrigiert. Es sei ein schwieriges drittes Quartal gewesen, erklärte Finanzchefin Teri List-Stoll. Das Unternehmen senkte seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr auf 1,70 bis 1,75 $ von zuvor 2,05 bis 2,15 $ je Anteilsschein. Die Modekette will mit einem Konzernumbau wieder zurück auf einen Wachstumskurs finden.

Gap tut sich – wie viele andere amerikanische Modeketten – schon länger schwer und hatte im Februar bereits eine Aufspaltung angekündigt. Nach der Zweiteilung des Konzerns sollen die Schwestermarken Athleta, Banana Republic, Intermix und Hill City bei Gap verbleiben, während die zweite Hauptmarke Old Navy auf eigene Beine gestellt wird.

Postfinance senkt für einzelne Sparkonten die Negativzinsschwelle

(awp) Die Postfinance zieht die Daumenschrauben bei den Negativzinsen an. Ab Dezember wird der Freibetrag, ab dem Negativzinsen erhoben werden, für Sparkontoinhaber halbiert. Neu müssen Sparkontenbesitzer schon ab 250 000 Fr. Strafgebühren zahlen. Bisher war die Schwelle doppelt so hoch. Betroffen ist laut einem Postfinance-Sprecher eine tiefe vierstellige Anzahl Kunden.

Wer sein Geld abhebt, zahlt keine Strafzinsen. (Bild: Goran Basic/NZZ)

Wer sein Geld abhebt, zahlt keine Strafzinsen. (Bild: Goran Basic/NZZ)

«Kunden, die ausser einem Sparkonto keine weiteren Dienstleistungen der Postfinance in Anspruch nehmen und mehr als 250 000 Fr. auf dem Konto habe, müssen dann eine Guthabengebühr zahlen», sagte der Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Zuvor hatte die Tagesschau von Fernsehen SRF darüber berichtet.

Die seit zwei Jahren geltende Schwelle von 500 000 Fr. gilt auch weiterhin, wenn Kunden Produkte und Dienstleistungen der Postfinance nutzen. «Bei jenen Kunden, die aber das Sparkonto ausschliesslich zum Parkieren von Geld benutzen, gilt ab Dezember der neue Schwellenwert», betonte der Sprecher. Dann werde eine Guthabengebühr von 1% auf die über dem Schwellenwert liegenden Einlagen fällig. Die Postfinance habe die Betroffenen informiert: «Alle Kunde, die kein Schreiben erhalten haben, sind nicht betroffen», sagte der Sprecher.

Erst Ende September senkte die Post-Tochter ihre Zinsen auf Spar- und Vorsorgekonten erneut. Statt vorher 0,05% erhalten Inhaber eines E-Sparkontos der Postfinance nur noch halb so viel Zins. Beim Vorsorgekonto 3a senkte Postfinance den Zins von 0,20 auf 0,15%.

Lufthansa-Tochter Austrian Airlines streicht bis zu 800 Stellen

(awp/dpa) Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) streicht bis Ende 2021 bis zu 800 Stellen. Das teilte die Geschäftsführung am Donnerstag am Flughafen Wien mit. Als Grund nannte sie den harten Preiskampf mit mehreren Billigfliegern am Standort Wien. AUA-Finanzchef Wolfgang Jani sagte, die Kürzungen sollten vor allem durch natürliche Fluktuation gelingen.

Jährlich würden das Unternehmen so 200 bis 250 Mitarbeiter verlassen. Die Fluggesellschaft hat derzeit etwas mehr als 7000 Mitarbeiter. Insgesamt sollen mit einem umfangreichen Sparpaket künftig 90 Mio. € jährlich eingespart werden.

Die Lufthansa-Tochter veröffentlichte am Donnerstag zudem eine Gewinnwarnung, da Verluste im Gesamtjahr nicht mehr auszuschliessen seien. Neben der grossen Konkurrenz durch die Billigflieger hätten auch gestiegene Kerosinkosten auf die Bilanz gedrückt. Das operative Konzernergebnis (Ebit) liegt nach den ersten drei Quartalen bei lediglich 14 Mio. € – ein Einbruch um 88% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei konnte die AUA die Zahl der Passagiere sogar um 6% auf 11,2 Millionen steigern.

Die Lufthansa-Tochter sieht sich in Wien mit einer grossen Konkurrenz an Billigfliegern konfrontiert und rechnet für 2020 mit einer weiteren Verschärfung der Situation. Vor allem Lauda, die zu 100 Prozent Ryanair gehört, führt mit der AUA einen harten Kampf. Ryanair-Chef Michael O’Leary machte zuletzt deutlich, dass Lauda nach seinen Vorstellungen in fünf Jahren die AUA überholen soll.

Dafür nimmt der irische Billigflieger in Wien derzeit auch höhere Verluste in Kauf als ursprünglich geplant. «Herr O’Leary irrt sich, wenn er glaubt, dass Lauda in fünf Jahren die AUA überholen kann», konterte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech am Donnerstag.

Zurich-Gruppe wächst und hält an Thomas Cook-Obergrenze fest

(awp) Der Zurich-Gruppe ist im laufenden Jahr in der Schadenversicherung gewachsen. Rückenwind dazu gab es vom weltweit verbesserten Preisumfeld. Zu Reden gibt aber das Hick-Hack um Ansprüche aus der Pleite des deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook.

(Bild: Arnd Wiegmann / Reuters)

(Bild: Arnd Wiegmann / Reuters)

Thomas Cook ist im September nach dem Aus der britischen Muttergesellschaft selbst ebenfalls Konkurs gegangen. Bilder von in Hotels gestrandeten Pauschaltouristen gingen um die Welt. Andere Kunden konnten ihre Reisen erst gar nicht antreten.

Die Zurich hatte mit Thomas Cook auch für den Fall einer Pleite eine Versicherung abgeschlossen. Doch das Problem ist, dass mit der darin verankerten Limite von 110 Mio. € bei weitem nicht alle Ansprüche beglichen werden können. Einem Bericht der «Bild am Sonntag» zufolge waren am Ende bei Thomas Cook Buchungen im Wert von über 500 Mio. € ausstehend.

George Quinn, Finanzchef der Zurich, äusserte sich an einer Telefonkonferenz am Donnerstag mit Vorsicht zum Fall Thomas Cook. Schliesslich hagelte es in Deutschland sogar aus Regierungskreisen Kritik. «Aus unserer Sicht sind die Vertragsbedingungen klar formuliert und die Limiten klar festgesetzt worden», sagte er. Diesen Vertrag werde man so erfüllen.

Weniger turbulent läuft es im Tagesgeschäft. Im grössten Teil, der Schaden­ und Unfallversicherung (P&C), zogen die Bruttoprämien in den Monaten Januar bis September um 2% auf 26,4 Mrd. $ an. Ohne Währungseffekte und Übernahmen wäre das Volumen gar um 7% angestiegen, wie die Zurich am Donnerstag mitteilte.

Dagegen ging im Neugeschäft der Lebensversicherung das Jahresprämienäquivalent (APE) um 11% auf 3,17 Mrd. $ zurück. Auf vergleichbarer Ebene lag das Minus bei 6%. Die Kennzahl setzt sich aus den neu dazu gewonnenen laufenden Prämien und 10% der Einmalprämien zusammen.

In der Lebensversicherung machen auch der Zurich die niedrigen Zinsen zu schaffen. Zudem habe man im vergangenen Jahr zwei grosse Risikoschutzverträge an Land gezogen, was sich im laufenden Jahr nicht wiederholen liess, lautete die Begründung.

Zu den ersten neun Monaten kommuniziert die Zurich keine Gewinnzahlen. Die Naturkatastrophen des dritten Quartals, wie zum Beispiel Hurrikan «Dorian» auf den Bahamas, dürften die Rechnung aber nicht übermässig belasten. Mit den bis Ende 2019 gesetzten Zielen ist die Zurich auf Kurs. Man werde sie alle übertreffen, versprach Quinn. Im Fokus stehen da das Renditeziel von 12% und die geplanten Kostensenkungen. Die neuen Ziele für die Jahre 2020 bis 2022 stellt das Management kommende Woche am Investorentag in Londen vor.

Britische Notenbank tastet Leitzins vor Neuwahl nicht an

(awp/Reuters) Angesichts der anhaltenden Hängepartie um den Brexit hält die Bank von England (BoE) den Leitzins wenige Wochen vor den anstehenden Neuwahlen konstant. Die Währungshüter um Notenbank-Chef Mark Carney beliessen den geldpolitischen Schlüsselsatz am Donnerstag bei 0,75%.

Allerdings votierten überraschend zwei der neun Geldpolitiker für eine Senkung. Auch die übrigen erwägen einen solchen Schritt, falls sich die maue Weltkonjunktur nicht fangen und die mit dem Brexit verbundene Unsicherheit festsetzen sollte. Zugleich signalisierten sie weniger Entschlossenheit als bisher, bei verbesserter konjunktureller Grosswetterlage mittelfristig begrenzte und schrittweise Zinserhöhungen zu erwägen.

Die Währungshüter stehen an der Zinsfront nicht unter Handlungsdruck, da die Inflation zuletzt mit 1,7% unter dem Ziel der Notenbank von 2% verharrte. Zugleich steht das Land politisch vor wichtigen Weichenstellungen: Premierminister Boris Johnson hat im Wahlkampf den Austritt seines Landes aus der Europäischen Union im Januar zugesichert. Seine Brexit-Vereinbarung mit der EU hatte bei den Abgeordneten keine Mehrheit gefunden. Das Unterhaus zwang ihn zu einer Verlängerung der Brexit-Frist vom 31. Oktober bis zum 31. Januar. Bei Parlamentswahlen am 12. Dezember soll die Blockade im Brexit-Prozess gelöst werden.

Viele Firmen im Vereinigten Königreich treibt die Frage um, ob das Land womöglich ohne Vertrag aus der EU aussteigen wird. Die Bank of England geht mittlerweile davon aus, dass die Wirtschaftsleistung bei einem solchen harten Brexit im schlimmsten Fall binnen ungefähr eines Jahres um 5,5% schrumpfen würde.

Siemens trotzt Konjunktur-Gegenwind

(dpa) Mit einem starken vierten Quartal hat sich Siemens gegen die weltweite Konjunkturflaute gestemmt. Der Konzern, der sich in einer der grössten Umbruchphasen seiner Geschichte befindet, steigerte Umsatz und operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2019, wie aus den am Donnerstag vorgelegten Zahlen hervorgeht. Vor allem das bereits teilweise an die Börse gebrachte Medizintechnikgeschäft Healthineers und die Digitalisierungssparte Digital Industries liefen zuletzt gut.

«Die Abschwächung der Weltwirtschaft hat sich im Lauf des Geschäftsjahrs 2019 deutlich beschleunigt», sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Dennoch sei das vierte Quartal «fulminant» gewesen. Insgesamt konnte Siemens im Geschäftsjahr, das von Oktober 2018 bis September 2019 ging, den Umsatz um 5% auf 86,8 Mrd. € steigern. Der Gewinn nach Steuern lag mit 5,6 Mrd. € zwar um 8% unter dem Vorjahreswert. Allerdings hatte es im vergangenen Jahr positive Sondereffekte in Milliardenhöhe gegeben.

Wie lange wird Siemens-Chef Joe Kaeser noch an der Spitze des Unternehmens stehen? (Bild: Matthias Schrader/AP)

Wie lange wird Siemens-Chef Joe Kaeser noch an der Spitze des Unternehmens stehen? (Bild: Matthias Schrader/AP)

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Siemens weiter Gegenwind von der Weltwirtschaft und rückläufigen Märkte. Dennoch will der Konzern den Umsatz moderat steigern, was typischerweise ein Plus von 3 bis 5% bedeutet. Zum operativen Ergebnis des Unternehmens gab Siemens keine konkrete Prognose ab. Die für das Ergebnis je Aktie angegebene Spanne deutet allerdings tendenziell nach oben.

Wichtiger als die genauen Zahlen dürfte in den kommenden zwölf Monaten allerdings der Konzernumbau in Struktur und Führung sein. So soll das Energiegeschäft, das aus der heutigen Sparte Gas and Power sowie der Mehrheitsbeteiligung an Siemens Gamesa besteht, im Frühjahr als Siemens Energy abgespalten und voraussichtlich im September an die Börse gebracht werden. Dies werde unabhängig von der Entwicklung der Kapitalmärkte geschehen, betonte Finanzchef Ralf Thomas. «Wir sind nicht abhängig davon, ob die Börse gut gelaunt ist», betonte er.

Die andere grosse Frage bleibt, wie lange Siemens-Chef Joe Kaeser noch an der Spitze des Unternehmens stehen wird. Sein Vertrag endet Anfang 2021 und sein Nachfolger Roland Busch läuft sich bereits in der neu geschaffenen Position eines stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden warm. Eine offizielle Entscheidung über die Nachfolge soll im Sommer kommenden Jahres getroffen werden. Kaeser reagierte am Donnerstag leicht genervt auf zahlreiche Nachfragen, ob er über seinen aktuellen Vertrag verlängern könnte. Mehr als dass er in fünf Jahren nicht mehr Siemens-Chef sein werde, und Busch nicht nur auf Bewährung stellvertretender Vorstandsvorsitzender sei, wollte er allerdings nicht zum Thema sagen.

SIX ernennt Thomas Wellauer zum Präsidenten ab März 2020

(awp/sda) Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX hat einen neuen Präsidenten gefunden. Der Verwaltungsrat schlägt Thomas Wellauer als Nachfolger von Romeo Lacher vor, der im Frühjahr 2020 zurücktreten wird. Die Wahl werde an einer ausserordentlichen Generalversammlung im Dezember 2019 erfolgen, teilte die SIX am Donnerstag mit. Wellauer war bis Juni operativer Chef (COO) beim Rückversicherungskonzern Swiss Re. Zuvor war er unter anderem für Novartis, die Credit Suisse und Clariant tätig.

Thomas Wellauer soll SIX-Präsident werden. (Bild: Joël Hunn / NZZ)

Thomas Wellauer soll SIX-Präsident werden. (Bild: Joël Hunn / NZZ)

Wellauer ersetzt den jetzigen Verwaltungsratsvorsitzenden Lacher, der das Amt noch bis am 15. März 2020 inne haben wird, wie es weiter hiess. Im März hatte die SIX mitgeteilt, dass Lacher spätestens bis zur Generalversammlung 2020 zurücktreten werde. Lacher gehört dem Gremium seit 2008 an und ist seit Anfang 2017 Präsident.

Seit April ist Lacher allerdings auch Verwaltungsratspräsident der Privatbank Julius Bär. Um sich auf diese Aufgabe zu konzentrieren, wollte er sich «mittelfristig» bei SIX zurückziehen. Zuvor hatte es erst noch geheissen, er werde das Mandat bei der SIX trotz der Position bei Bär beibehalten. Allerdings gehört die SIX notabene 120 Finanzinstituten; allein knapp ein Drittel befindet sich im Besitz der Grossbanken UBS und Credit Suisse.

Swiss mit Gewinnrückgang nach neun Monaten

(sda) Die Fluggesellschaft Swiss hat in den ersten neun Monaten höhere Treibstoffkosten und den Preiskampf in Europa zu spüren bekommen. Der Umsatz stieg zwar um 1% auf 4,05 Mrd. Fr. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank indes um 11% auf 490 Mio. Fr.

Die Swiss muss mehr für Kerosin bezahlen. (Bild: Martin Ruetschi / Keystone)

Die Swiss muss mehr für Kerosin bezahlen. (Bild: Martin Ruetschi / Keystone)

Gegenüber dem Rekordjahr 2018 hätten vor allem steigende Treibstoffkosten das Ergebnis belastet, schrieb die Swiss am Donnerstag in einem Communiqué. Zudem hätten sich die erstmals fälligen, periodisch stattfindenden Instandhaltungsarbeiten (sogenannte C-Checks) auf der modernisierten Flotte die Kosten nach oben getrieben. Überdies sei die Nachfrage im Frachtgeschäft gesunken und die Durchschnittserlöse insbesondere im Europaverkehr seien weiter geschrumpft, was negativ auf das Ergebnis geschlagen habe.

Im Sommerquartal, das traditionell das stärkste des ganzen Jahres ist, flog die Swiss indes mehr Gewinn ein. Der Ebit kletterte um 8% auf 244 Mio. Fr., wie die Lufthansa-Tochter bekannt gab. Der Umsatz legte um 2% auf 1,47 Mrd. Fr. zu. Neben dem höheren Passagierumsatz hätten auch verschiedene Einmaleffekte zur Ergebnisverbesserung beigetragen. «Zu nennen sind hier beispielsweise die Verschiebung von Projektkosten im Zusammenhang mit einem angepassten Zeitplan für den Umbau der letzten beiden A340-Flugzeuge», schrieb die Swiss.

Ascom: Jeannine Pilloud konzentriert sich aufs operative Geschäft

(awp) Beim Technologieunternehmen Ascom kommt es zu einer personellen Rochade. Verwaltungsratspräsidentin Jeannine Pilloud, die nach dem Abgang von CEO Holger Cordes im letzten August auch die operative Führung übernahm, konzentriert sich nun auf den CEO-Posten, wie die Gesellschaft am Donnerstag mitteilte. Sie trete daher mit sofortiger Wirkung als Präsidentin und Mitglied des Verwaltungsrats zurück. Pilloud ist einer breiten Öffentlichkeit als erste Frau in der SBB-Konzernleitung bekannt. Von 2011 bis 2017 leitete sie den SBB-Personenverkehr, die mit 13 000 Mitarbeitenden grösste Division der Bundesbahn.

Das Präsidium übernimmt nun laut den Angaben Verwaltungsrat Valentin Chapero. Er werde sich dann auch an der kommenden Generalversammlung zur Wahl stellen. Chapero war von 2002 bis 2011 CEO des Hörgeräteherstellers Sonova. Er gehört ausserdem zu den Gründern des aktivistischen Investors Veraison, welcher bei Ascom Grossaktionär ist.

Um die Unabhängigkeit sicherzustellen, ziehe sich Chapero in Abstimmung mit Veraison Capital aus seinen dortigen operativen Aufgaben zurück, hiess es in der Mitteilung weiter. Ein führender Veraison-Vertreter hatte kürzlich in einem Interview erklärt, Ascom brauche einen neuen Eigentümer. Der Umbau des Unternehmens könne mit einem starken Partner ausserhalb der Börse besser erfolgen. Der Ascom-Verwaltungsrat selber hatte im August angekündigt, strategische Optionen zu prüfen. Veraison meldete sich am Donnerstag mit einer separaten Mitteilung zu Wort: Die Aktionärsgruppe Veraison, Luxempart und Loys, welche 15,9% der Aktien halte, unterstütze die angekündigte Stärkung der operativen Führung und des Verwaltungsratspräsidiums von Ascom, hiess es darin.

Schlussspurt bringt Siemens besseres Geschäftsergebnis

(dpa) Siemens hat mit einem starken vierten Quartal dem konjunkturellen Gegenwind getrotzt. Der Konzern, der sich in einer Umbruchphase befindet, steigerte Umsatz und operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2019, wie aus den am Donnerstag in München vorgelegten Zahlen hervorgeht. Unter dem Strich sank der Gewinn zwar, hier hatte sich bei der Vergleichszahl aus dem Vorjahr allerdings deutliche positive Sondereffekte von rund eineinhalb Mrd. € bemerkbar gemacht.

«Die Abschwächung der Weltwirtschaft hat sich im Lauf des Geschäftsjahrs 2019 deutlich beschleunigt», sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Dennoch sei das vierte Quartal «fulminant» gewesen. Insgesamt konnte Siemens im Geschäftsjahr, das von Oktober 2018 bis September 2019 ging, den Umsatz um 5% auf 86,8 Mrd. € steigern. Der Gewinn nach Steuern lag mit 5,6 Mrd. € um 8% unter dem Vorjahreswert.

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Siemens weiter Gegenwind von der Weltwirtschaft und rückläufigen Märkte. Dennoch will das Unternehmen den Umsatz moderat steigern. Zum Ergebnis des Gesamtkonzerns gab Siemens keine konkrete Prognose ab. Die für das Ergebnis je Aktie angegebene Spanne deutet allerdings leicht nach oben.

Toyota mit Halbjahresrekord –Jahresprognose unverändert

(dpa) Der japanische VW-Rivale Toyota hat in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres (31. März) einen Rekordgewinn eingefahren. Wie der japanische Branchenprimus am Donnerstag bekanntgab, erhöhte sich der Nettogewinn im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 2,6% auf 1,27 Bio. Yen (10,5 Mrd. €). Dazu trug die robuste globale Nachfrage bei. Der Umsatz der Gruppe, zu der der Kleinwagenspezialist Daihatsu und der Nutzfahrzeughersteller Hino Motors gehören, erhöhte sich in den sechs Monaten um 4,2% auf 15,29 Bio. Yen – auch das ist ein Rekord.

Zum Umsatzzuwachs trug eine gute Nachfrage auf dem japanischen Heimatmarkt sowie in Nordamerika und Europa bei, hiess es. So setzte Toyota in Japan rund 1,1 Mio. Autos ab, 109 000 mehr als im Vorjahreszeitraum. In Nordamerika wurden rund 1,5 Mio. Fahrzeuge abgesetzt, ein Zuwachs von rund 34 400. Auf dem europäischen Markt stieg der Absatz um rund 31 000 Autos auf 523 550 Fahrzeuge. Für das gesamte Geschäftsjahr geht Toyota unverändert von einem Reingewinn von 2,15 Bio. Yen aus. Das wäre ein Plus von 14,2% im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz dürfte sich 29,5 Bio. Yen betragen, ein Minus von 2,4%.

UBS unterschreibt Abkommen für Gemeinschaftsfirma in Brasilien

(awp) Die Grossbank UBS hat mit dem brasilianischen staatlichen Finanzinstitut Banco do Brasil eine bindende Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft unterschrieben. Das Joint Venture war Ende September bereits angekündigt worden.

Es sei vereinbart worden, gemeinsam in Brasilien und ausgewählten Ländern Südamerikas Investment-Banking-Dienstleistungen anzubieten, teilte die Grossbank in der Nacht auf Donnerstag mit. Das Joint Venture sei vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.

An dem Gemeinschaftsunternehmen wird die UBS, wie früher bereits bekanntgegeben, 50,01% halten und Banco do Brasil 49,99%. Konzernchef Sergio Ermotti sprach laut Mitteilung von «einer einzigartigen Gelegenheit, zwei starke Partner mit sich ergänzenden Stärken zu kombinieren». Es ermögliche der UBS, Kunden in Lateinamerika und auf der ganzen Welt besser zu bedienen.

Commerzbank kappt Ziel einer Gewinnsteigerung 2019

(dpa) Die Commerzbank kappt trotz eines überraschend guten dritten Quartals ihr Gewinnziel für das Gesamtjahr 2019. Die Bank rechnet nun damit, dass der Konzernüberschuss in diesem Jahr unter den 865 Mio. € von 2018 landen wird. Bisher hatte der Vorstand sich vorgenommen, den Jahresüberschuss leicht zu steigern. Grund für die pessimistischere Prognose ist nach Angaben des Frankfurter Instituts vom Donnerstag auch, dass die Bank im vierten Quartal mit einer «deutlich höheren Steuerquote» rechne. Wie die Geschäfte im Sommer gelaufen sind, hatte die Bank bereits Ende Oktober mitgeteilt: Der Überschuss kletterte im dritten Quartal zum Vorjahreszeitraum um rund 35% auf 294 Mio. €. Dabei profitierte der Konzern auch vom Verkauf der Tochter Ebase.

Stahlfirma ArcelorMittal will tausende Stellen in Italien abbauen

(Reuters) Der Stahl-Riese will im italienischen Ilva-Werk rund 5000 Arbeitsplätze streichen. Dies gab der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwoch bekannt.

Er bezeichnete den Plan aber umgehend als inakzeptabel. ArcelorMittal sieht die Verantwortlichkeit für den Entscheid aber eher bei der italienischen Regierung. Diese habe versäumt, einen zuvor bereitgestellten Rechtsschutz zu erneuern, der dem Unternehmen Immunität vor Strafverfolgung gewährte, während es die stark verschmutzende Anlage säubert.

«Die Rechtssicherheit ist nicht das Problem. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die derzeitige Produktion von vier Millionen Tonnen pro Jahr seine Investitionen nicht abdeckt und die aktuellen Stellenzahlen nicht rechtfertigt», sagte Conte weiter.

Es gab zunächst keinen unmittelbaren Kommentar von ArcelorMittal. Das Unternehmen hatte das Ilva-Stahlerk in Taranto erst vor einem Jahr erworben. Nun gibt es offenbar Streit um die Bedingungen.

Kuba zieht weniger ausländische Investitionen an

(Reuters) Kuba hat trotz des verschärften US-Handelsembargos und einer sich verschlechterten Geldknappheit noch ausländische Investitionen im Wert von 1,7 Mrd. $ angezogen. Dies sagte Handelsminister Rodrigo Malmierca am Mittwoch (Ortszeit) in Havanna.

Den Angaben von der Pressekonferenz auf der Jahreshandelsmesse zufolge seien seit Oktober des vergangenen Jahres 25 Investitionsprojekte vereinbart worden – verglichen mit 40 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Neben dem Konflikt mit den USA habe Kubas Wirtschaft in den vergangenen Jahren auch an Attraktivität verloren, da sie aufgrund des Wegfalls des wichtigsten Verbündeten Venezuela und eines daraus resultierenden Rückgangs der Subventionen in eine Krise geraten sei. Im vergangenen Jahr fehlte es an allem – von Kraftstoff bis zu Medizin und bestimmten Lebensmitteln.



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Finanznachrichten

Exclusive: New York State Attorney General investigating WeWork – sources

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NEW YORK (Reuters) – The New York State Attorney General (NYAG) is investigating WeWork, according to two people familiar with the matter, adding to a mounting series of problems that have turned the workspace provider from a Wall Street darling to a pariah in a matter of weeks.

FILE PHOTO: The WeWork logo is displayed outside of a co-working space in New York City, New York U.S., January 8, 2019. REUTERS/Brendan McDermid/File Photo

The company, which is expected to lay off thousands of employees beginning this week as it faces ballooning losses, confirmed on Monday that it had been contacted by the office of the NYAG, Letitia James.

“We received an inquiry from the office of the New York State Attorney General and are cooperating in the matter,” said a WeWork spokeswoman when contacted by Reuters.

A spokesman for the NYAG declined to comment.

Among the issues the NYAG is examining is whether WeWork’s founder and former chief executive, Adam Neumann, indulged in self-dealing to enrich himself.

Neumann bought properties which he then leased back to WeWork, borrowed against his own stake in the company, and had also planned to charge WeWork almost $6 million to use his trademark of the word “We” after the company rebranded itself The We Company.

The company shelved its plans for an initial public offering on Sept. 30 after investors grew wary of its losses, its business model and its corporate governance.

Neumann had resigned as CEO the previous week. He also agreed to return the cash from the use of “We.”

A spokeswoman for Neumann declined to comment.

WeWork agreed to a rescue by its largest shareholder, Japanese technology investment company SoftBank Group Corp, last month as it faced a cash crunch. SoftBank agreed to inject $6.5 billion in debt and equity into WeWork and to fund a $3 billion buyout of existing shareholders, including $1 billion for some of Neumann’s shares.

WeWork now faces a radical restructuring. Job cuts will be announced later this week in areas that do not support WeWork’s core business goals, said The We Company’s recently named Executive Chairman Marcelo Claure in an e-mail to staff that was reviewed by Reuters.

The New York Times reported on Sunday that WeWork is preparing to cut 4,000 jobs. The company itself had 12,500 employees on June 30, and there are others who work for affiliates.

Next steps to shape the company’s future will be divulged in an all-company meeting on Friday, Claure said in the e-mail.

He said WeWork needs a more efficient and more customer-centric organization to grow.” We are going to eliminate and scale back certain functions and responsibilities,” added Claure, who is also an executive at SoftBank.

An Oct. 11 presentation to bondholders indicated administrative jobs would be cut, along with jobs in WeWork’s venture capital arm and in so-called growth-related functions, a possible reference to design and construction units.

This is not the first time WeWork has been scrutinized by the NYAG. The company rolled back its policy of requiring employees to sign noncompete agreements after reaching a settlement with the attorney general last year.

Bloomberg News reported on Friday that WeWork is facing scrutiny from the U.S. Securities and Exchange Commission over whether it violated financial rules as it sought its public listing. WeWork declined to comment on the report.

WeWork’s 2025 bond has weakened sharply in the past week, hitting 16.057 percent on Monday, according to data from MarketAxess.

Reporting by Greg Roumeliotis, Joshua Franklin, Koh Gui Qing; With Reporting by Herb Lash and Megan Davies; Editing by Martin Howell

Our Standards:The Thomson Reuters Trust Principles.



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Stolzer Preis für ein neues Standbein

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Der geplante Kauf des spanischen Börsenbetreibers BME durch die SIX ergibt strategisch gesehen durchaus Sinn – wenn die Schweizer Börse keinen zu hohen Preis zahlt.

Michael Ferber

Haben hier dereinst die Schweizer das Sagen? Spanische Börse in Madrid.(Bild: Emilio Naranjo / Imago)

Haben hier dereinst die Schweizer das Sagen? Spanische Börse in Madrid.
(Bild: Emilio Naranjo / Imago)

Die Schweizer Börse SIX Swiss Exchange will die spanische Börse Bolsas y Mercados Españoles (BME) für 2,84 Milliarden Euro kaufen. Damit steigt sie mit dem europäischen Börsenbetreiber Euronext in den Ring, der ebenfalls Interesse an einer Übernahme von BME bekundet hat. Wäre ein Kauf der spanischen Börse für die SIX sinnvoll? Eine Übernahme wäre konsequent, doch es verbleiben Fragen.

Geplante Neuausrichtung

Strategisch würde ein BME-Kauf zur Neuausrichtung der SIX passen. Die Betreiberin der Schweizer Finanzmarktinfrastruktur hat angekündigt, sich auf ihre Kernmärkte Handel und Finanzinformationen zu konzentrieren. In diesem Zusammenhang ist der Verkauf der Zahlungsverkehrssparte an die französische Worldline im Mai vergangenen Jahres zu sehen.

Zudem würden sich die Schweizer und die spanische Börse in einigen Geschäftsbereichen ergänzen. Wie der SIX-Chef Jos Dijsselhof im Gespräch sagt, sind unter anderem die starken Standbeine von BME in den Bereichen festverzinsliche Wertpapiere, Derivate, Indizes und Clearing für die SIX interessant. Laut der Schweizer Börse würde die Übernahme zudem Schweizer Vermögensverwaltern ermöglichen, ihre Präsenz in der EU zu verbessern. Auch der Zugang zum Netzwerk von BME in Schwellenländern, namentlich in Lateinamerika, ist für die SIX interessant.

Die Schweizer Börse würde mit dieser Transaktion eine aktive Rolle im fortschreitenden Konsolidierungsprozess in der europäischen Börsenlandschaft übernehmen. Grösse wird in diesem Sektor immer wichtiger, wenn man in einer globalisierten Welt eine Rolle spielen will. Mit der Übernahme entstünde der drittgrösste europäische Finanzmarktinfrastrukturbetreiber, und ein gemeinsames Börsenunternehmen SIX/BME könnte beachtliche Skalenerträge nutzen. Hinzu kommt, dass das nötige Geld für die Transaktion bei der SIX vorhanden wäre. So hat die Schweizer Börse mitgeteilt, die Übernahme von BME bar bezahlen zu wollen, und die Grossbank Credit Suisse offeriert eine Überbrückungsfinanzierung.

Welche Rolle spielt die verlorene Börsenäquivalenz?

Die geplante Übernahme wirft allerdings auch Fragen auf. Zunächst einmal fällt das hohe Angebot der SIX ins Auge. Dieses liegt rund 34 Prozent höher als der Schlusskurs der BME-Aktien am Freitag und fast 48 Prozent höher als der durchschnittliche Aktienkurs der Titel in den vergangenen sechs Monaten. Sollte es nun zu einem Bieterwettkampf mit der Euronext – zu der unter anderem die Pariser und die Amsterdamer Börse gehören – kommen, könnte der Preis für BME weiter steigen. Euronext hat jüngst erst einen Bieterwettkampf mit der Nasdaq um die norwegische Börse Oslo Stock Exchange gewonnen. Von Dijsselhof ist diesbezüglich zu hören, die SIX werde sehr diszipliniert bleiben, um nicht zu viel Geld für die spanische Börse zu bezahlen.

Zudem beteuert die Führung der SIX, die Übernahmepläne hätten nichts mit der verlorenen Börsenäquivalenz der Schweizer Börse in der Europäischen Union zu tun. Ob dies tatsächlich so ist, ist fraglich. Die SIX wird von der EU nicht mehr gleichwertig anerkannt wie andere europäische Handelsplätze. Den Hintergrund dazu bietet die Auseinandersetzung um ein Rahmenabkommen zwischen der EU und der Schweiz. Die EU verwendet die Börsenäquivalenz in diesem Zusammenhang als Mittel, um Druck auf die Schweiz auszuüben.

Möglicherweise will die SIX-Spitze hier nur kein Öl ins Feuer dieses politischen Konflikts giessen. Mit der Übernahme von BME hätte die SIX ein Standbein in der EU, was für die Schweizer Börse durchaus ein wichtiges Argument für eine solche Transaktion sein dürfte. Dies würde auch erklären, wieso die SIX bereit ist, für die spanische Börse so tief in die Tasche zu greifen.



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Weniger Handel heisst mehr Armut

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Der Streit um Handelsströme und der Protektionismus sind nicht die einzigen Gefahrenherde für globale Wertschöpfungsketten – Frachthafen in Singapur. (Bild: Edgar Su / Reuters)

Der Streit um Handelsströme und der Protektionismus sind nicht die einzigen Gefahrenherde für globale Wertschöpfungsketten – Frachthafen in Singapur. (Bild: Edgar Su / Reuters)

Die Armutsbekämpfung ist in jenen Ländern besonders erfolgreich, wo es gelingt, die Wirtschaft in globale Wertschöpfungsketten zu integrieren. Doch Protektionismus und Handelskonflikte gefährden diesen Fortschritt.

Thomas Fuster

Der globale Handel hat das Wirtschaftswachstum nach 1990 stark angetrieben. Dabei wuchsen die armen Länder meist rascher als die wohlhabenden. Bei der Armutsbekämpfung konnten entsprechend grosse Fortschritte erzielt werden: Lebten zu Beginn der neunziger Jahre noch 36% der Weltbevölkerung in extremer Armut (weniger als $ 1.90 pro Tag), sank die Quote bis 2015 auf rekordtiefe 10%. Am stärksten ging die Armut dabei in jenen Ländern zurück, denen es gelang, sich in globale Wertschöpfungsketten zu integrieren; bekannte Beispiele sind China, Vietnam und Bangladesh.

Über 30 Millionen Menschen in Gefahr

Weil globale Wertschöpfungsketten als wirksames Instrument zur Armutsbekämpfung gelten, hat die Weltbank ihren jüngsten World Development Report diesem Thema gewidmet. Massgeblich daran beteiligt war Aaditya Mattoo als Co-Direktor des Projekts. Auf Einladung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) hat Mattoo in Bern die wichtigsten Resultate der aufwendigen Analyse präsentiert. Er zeigt, wie seit der 2008 ausgebrochenen Finanzkrise nicht nur der weltweite Handel an Dynamik eingebüsst hat; auch die Verbreitung der globalen Wertschöpfungsketten hat sich verlangsamt.

Damit die Ketten nicht zerreissen, braucht es Offenheit und Vorhersehbarkeit. Beides scheint aufgrund der Handelsstreitigkeiten derzeit bedroht. Welche Kosten daraus entstehen, ist naturgemäss schwer abschätzbar. Sollte der sino-amerikanische Streit sich aber verschärfen und das Vertrauen der Investoren stark belasten, rechnet die Weltbank mit einem Einbruch des weltweiten Einkommens um bis zu 1,4 Bio. $. Zudem könnten laut diesem Szenario über 30 Mio. Menschen zurückgedrängt werden in die Armut, definiert als Einkommen von weniger als $ 5.50 pro Tag.

Der Streit um Handelsströme und der Protektionismus sind aber nicht die einzigen Gefahrenherde für globale Wertschöpfungsketten, die bereits für über die Hälfte des Handels ver­antwortlich sind. Für Verunsicherung sorgt auch der Einsatz arbeitssparender Technologien; Beispiele sind die Automatisierung oder die Digitalisierung von Produktionsprozessen sowie die Verwendung von 3-D-Druck­ern. In Entwicklungsländern ist die Furcht gross, dass aufgrund solcher Innovationen die Produktion näher zum Konsumenten in den Industrieländern rückt und die Nachfrage nach Arbeit zurückgeht.

Übertriebene Furcht vor Automatisierung

Mattoo will diese Gefahr nicht verharmlosen. Er relativiert aber die Bedrohung für die Entwicklungsländer. Die verfügbaren Daten zeigten, dass sich technologische Neuerungen positiv auf den Han­del auswirkten. Dank Innovationen entstünden neue Produkte. In der Tat entfielen 2017 rund zwei Drittel des Handels auf Güter und Dienstleistungen, die 1992 noch gar nicht existiert hat­ten. Die empirische Evidenz für ein Reshoring, also für eine Rückverlagerung der Produktion an jenen Ort, von dem sie ursprünglich ins Ausland verlagert worden war, sei gering.

Laut Mattoo dominieren bei Automatisierungen die positiven Auswirkungen – auch für Entwicklungsländer. So sorgen die technisch­en Neuerungen dafür, dass dank höherer Produktivität mehr produziert wer­den kann. Die Vermutung wird bestätigt durch die Beobachtung, dass die in Industrieländern forcierte Automatisierung der Automobilindustrie zu einer Zunahme der Ein­fuhr von Automobilbauteilen aus Entwicklungsländern geführt hat. Dasselbe Muster gilt für andere Sektoren mit hoher Automatisierung, etwa die Gummi- und Kunststoffindustrie.

Dennoch, von der globalen Verflechtung der Produktion profitieren nicht alle, es gibt Gewinner und Verlierer. Die Weltbank warnt aber davor, zum Schutz der Beschäftigten auf eine restriktive Handelspolitik zu setzen. In Brasilien und Südafrika zum Beispiel sei es nicht gelungen, mit einer solchen Strategie eine wettbewerbsfähige Autoindustrie aufzubauen. Demgegenüber hätten Länder wie Thailand und Mexiko davon profitiert, dass sie sich in Wertschöpfungsketten hätten einbinden können. Damit dies funktioniert, sind aber auch die Industrieländer gefordert, und zwar mit einer offenen und berechenbaren Politik.



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