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Finanznachrichten

Was Anleger über Kursbarometer wissen sollten

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Drei Millionen Kursbarometer messen die Entwicklung der Finanzmärkte. Welche sollte der Investor kennen?

Die Eigenschaften von Indizes zu kennen, ist zentral, um ihren Nutzen zu beurteilen.

Daniel Stolle

Wer seine Leistung messen will, braucht eine Referenzgrösse – eine Messlatte. Im Anlagegeschäft sind das die Indizes. Jeder Fonds und jeder kotierte Indexfonds (Exchange-Traded Fund oder ETF) gibt an, womit er sich misst. Die ETF kopieren dabei die Strategie des Indexes eins zu eins. Aber auch ein Vermögensverwalter oder ein Day-Trader will wissen, wie er im Vergleich zu seinem Referenzmarkt abgeschnitten hat.

Um sich ein Bild von den Finanzmärkten zu machen, genüge es, wenn man bei den Aktien die wichtigsten Indizes im Auge behalte, also SMI, DAX, FTSE 100, Dow Jones, S&P 500 und vielleicht noch den Nikkei und den MSCI World, sagt der Index-Experte Alex Hinder von Hinder Asset Management. «Für die Zinsen verfolgt man besser die Zinsentwicklung als die Bond-Indizes; bei den Rohstoffen gilt dasselbe, also Rohstoffpreise statt Indizes», fügt er an.



Bekannt ist nicht gleichbedeutend mit «gut»

Die Bekanntheit bedeutet aber nicht, dass es sich dabei um die «besten» Indizes handelt. So ist etwa der Dow Jones Industrial gar kein Index, sondern ein Average – ein Durchschnittswert. Das Börsenbarometer, das seit dem Jahr 1896 die Hektik der Börsen abbildet, errechnet sich aus dem Durchschnittspreis seiner Aktien, woher die Bezeichnung «Average» kommt. Diese rudimentäre Methode wurde später etwas verfeinert, aber nicht grundlegend verändert. Erstaunlich dabei ist, dass der Dow, dessen 30 Mitglieder durch ein Komitee ausgewählt werden, in der Entwicklung kaum vom Verlauf von «richtigen» Indizes abweicht, die ebenfalls die US-Börse replizieren.

Der vielbeachtete Swiss-Market-Index (SMI) ist dagegen ein wandelndes Klumpenrisiko. Der Leitindex der Schweizer Börse, der nur 20 Aktien umfasst, wird dominiert von den Titeln dreier Konzerne: Nestlé, Novartis und Roche. Im September 2017 wurde diese Einseitigkeit etwas korrigiert, damals erreichte das Indexgewicht der drei fast 65%. Das maximale Gewicht eines Titels darf heute im SMI höchstens noch 18% betragen. In der Praxis kann das Gewicht einer Aktie über diesen Wert steigen, aber beim Anpassungstermin in jedem Quartal wird er wieder adaptiert.



Was macht einen guten Index aus?

Für Hinder gibt es eine einfache Formel, die einen guten Index ausmacht: «Er sollte eine Anlageklasse möglichst breit abdecken, sollte investierbar sowie transparent und nachvollziehbar in der Zusammensetzung sein.» Ein ETF-Experte der UBS definiert sieben Punkte, die einen guten Index ausmachen: Repräsentation des Zielmarktes, Transparenz, Verfügbarkeit, Kontinuität, Unabhängigkeit des Indexanbieters, Reputation, Replizierbarkeit. «Für uns als Produktanbieter ist wichtig, dass ein Index bei unseren Kunden auf Akzeptanz stösst, zudem arbeiten wir mit Indexanbietern zusammen, um für unsere Kunden neue, innovative Indexkonzepte entwickeln», fügt der UBS-Experte an.

«Äusserst wichtig ist zudem die Liquidität des Indexes – insbesondere für die Notierung des ETF am Sekundärmarkt», sagt Marco Strohmeier, Leiter bei Amundi ETF, Indexing & Smart Beta Sales. Je liquider der Index, desto wettbewerbsfähiger werden die Preise der ETF sein. Amundi habe daher immer die Liquidität der zugrunde liegenden Indizes in den Vordergrund gestellt. Die Liquidität werde während der gesamten Lebensdauer des Produkts täglich überwacht.



Drei Viertel für Aktienmärkte

Seit sich das passive Anlegen grosser und stetig steigender Beliebtheit erfreut, steigt die Zahl der Indizes massiv an. Bereits gibt es in den USA mehr Indizes als kotierte Aktien. Nahezu drei Millionen Kursbarometer sind weltweit verfügbar, wie die Index Industry Association, der Weltverband der wichtigsten Indexanbieter, ermittelt hat. Rund drei Viertel dieser Kursbarometer bilden die Wertentwicklung von Aktien ab. Oft wird ein Index auch nur für ein Produkt oder wenige Produkte neu zusammengestellt und berechnet – denn auch ein dividendengewichteter Smart-Beta-ETF braucht einen Index, den er repliziert.

«Im Prinzip sind 99% der Indizes für den Durchschnittsanleger irrelevant», sagt Hinder. Diese deckten sehr viele Spezialsituationen ab, etwa USA ex-Technologie, hinzu kämen Sektorindizes, Faktorindizes, Style-Indizes, Regionalindizes, Indizes gehedged oder nicht gehedged (für verschiedene Referenzwährungen), Bond-Indizes für jedes Rating-Segment usw.



Die Mehrheit sind Massanfertigungen

Die Mehrzahl der Indizes wird für institutionelle Investoren massgeschneidert berechnet, um deren Performance im Vergleich mit ihren Anlagerichtlinien zu messen. Auch Kursbarometer, die tief in die Verästelungen diverser Wirtschaftszweige hinabreichen, sind nur für wenige Anleger relevant. Lediglich ein kleiner Teil der erwähnten Millionen von Indizes wird für Investmentprodukte verwendet, die von Privatanwendern gekauft werden können.

Vom Prinzip her sind alle Indizes gleich aufgebaut. Sie erfassen die Preise einer Anzahl von Wertpapieren oder Rohstoffen und bilden deren Wertentwicklung ab. Die Zahl der Positionen je Index variiert jedoch stark. Manche verfolgen nur wenige Werte wie der SMI, andere eine riesige Zahl. Der Bloomberg-Barclays-Global-Aggregate-Bond-Index etwa, einer der wichtigsten Gradmesser für die globale Entwicklung von Obligationen, umfasst über 20 000 festverzinsliche Titel.



Kurs oder Performance?

Bei den Aktien unterscheidet man zwischen Kursindizes (beziehungsweise Preisindizes) und Performance-Indizes. Letztere berücksichtigen neben der Werteentwicklung alle Einnahmen, die aus dem Besitz der Indexaktien resultieren, wie Dividenden oder Nennwertrückzahlungen. Ein Preisindex bildet nur die Entwicklung der Aktienkurse im Index ab. Das kann zu unterschiedlichen Einschätzungen des gleichen Marktes führen, wenn man etwa den Swiss-Performance-Index (SPI, Performance-Index) mit dem SMI (Kursindex) vergleicht.

Mit der Schaffung immer neuer Indizes leidet auch die Transparenz. Das zeigt folgendes Beispiel: Der CBOE-Volatility-Index (Vix) zeigt an, mit welchen Kursschwankungen die Investoren für den US-Leitindex S&P 500 für die kommenden 30 Tage rechnen. Es wird also nicht die reale Volatilität, sondern die erwartete gezeigt, diese wird aufgrund der Optionspreise errechnet. Dieser Preis richtet sich zu einem grossen Teil danach, wie stark der zugrunde liegende Wert voraussichtlich schwankt. Rechnet der Optionshändler mit starken Kursschwankungen (Volatilität), steigt der Preis für die Option und umgekehrt. Diese in Optionen eingepreiste Volatilität heisst auch «implizite Volatilität». 2018 kam der Verdacht auf, dass der Vix manipuliert werde. Optionshändler würden über spezielle Algorithmen Preise für Optionen stellen, ohne dass die Optionen jemals gehandelt würden. Die Anschuldigungen wurden jedoch vor Gericht abgeschmettert.



Wenige Anbieter dominieren

Das globale Indexgeschäft wird von wenigen Anbietern dominiert. Diese Unternehmen stellen den Index zusammen, definieren Regeln für die Aufnahme und das Ausscheiden einzelner Titel und berechnen den Indexstand. Zu den führenden Anbietern gehören MSCI, Stoxx, S&P Dow Jones, FTSE, Russell und Bloomberg. Bekannte Indizes aus diesen Häusern sind etwa der MSCI World für globale Aktien oder der Stoxx Europe 600, ein breites Kursbarometer für europäische Aktien. Auch der deutsche Leitindex DAX wird von Stoxx berechnet.

Sobald ein Vermögensverwalter einen Index für ein Anlageprodukt nutzen will, werden Gebühren fällig. Gerade der Siegeszug der passiven Anlageinstrumente hat den Indexanbietern ein lukratives Geschäft beschert. Heisst das, einen Index zu verwenden, wird günstiger, je mehr Anbieter ihn für grössere Marktvolumen nutzen? «Eher nein. Je mehr Leute beziehungsweise Vermögensverwalter einen Index benutzen, desto wertvoller ist dieser, und die Kosten werden sicherlich nicht reduziert», sagt Alex Hinder. Gerade MSCI habe eine sehr starke Marktstellung, und selbst Vanguard als Vermögensverwaltungsgigant habe nicht die gewünschte Verbilligung erhalten, so dass der Asset-Manager teilweise eigene, ähnliche Indizes entwickelt habe. Damit kann Vanguard nun die Index-Lizenzkosten vermeiden.



Wettbewerb bringt für ETF-Käufer Vorteile

«Die Tatsache, dass verschiedene ETF den gleichen Index abbilden, kann für ETF-Anleger punkto Kosten von Vorteil sein – Wettbewerb belebt auch hier das Geschäft», sagt Strohmeier. Die Wettbewerbsfähigkeit eines ETF stehe hingegen in keinem direkten Zusammenhang mit den von den Indexanbietern geforderten Lizenzgebühren, die je nach Preispolitik des Indexanbieters variierten. Die Lizenzgebühren für Indexanbieter hängen von vielen Variablen ab. Wichtig ist gemäss Strohmeier beispielsweise die Komplexität der Indexmethode, die jeder Indexanbieter auf der Grundlage seines verfügbaren Datensatzes und seiner Ressourcen entwickelt, um eine bewährte und solide Berechnungsmethode zu bieten. Beispielsweise können einige sehr spezifische Indizes wie Long/Short- oder Multifaktor-Indizes teurer sein als Standardindizes.



Genaue Kosten sind ein Geheimnis

Über die Höhe der Lizenzgebühren geben weder die Indexanbieter noch die ETF-Gesellschaften im Detail Auskunft. Die Indexanbieter seien in der Ausgestaltung der auf Indizes erhobenen Gebühren für deren Nutzung generell frei, antwortet der ETF-Experte der UBS. «Zu unterscheiden sind hier eine Gebühr für die Datennutzung, für die meist ein Fixkostenbetrag erhoben wird, und eine Gebühr für die Intellectual-Property-Rechte eines Indexes, d. h. für die Verwendung des Namens eines Indexes», fügt er an. Die IP-Gebühr stehe meist in Zusammenhang mit Finanzprodukten und werde meist in Basispunkten auf dem im Produkt verwalteten Vermögen vom Indexanbieter eingefordert. Aufstrebende Akteure wie Solactive versuchen, mit neuen Preismodellen die etablierten Anbieter anzugreifen. Solactive berechnet Fixgebühren von meist wenigen zehntausend Franken für die Nutzung der Indexes.

«Die Zahl der Indizes wird weiter zunehmen, da sich die Vermögensverwaltungsbranche laufend weiterentwickelt und versucht, neue Produkte zu lancieren», sagt Hinder. So gesehen, gebe es aber keine sinnlosen Indizes ohne Nutzen. Die Frage sollte eher sein, ob unsinnige Finanzprodukte auf dem Markt seien. Und die gibt es gemäss Hinder zweifellos.



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Valaris settles with Luminus, hands board seat to hedge fund

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BOSTON (Reuters) – Oil drilling firm Valaris PLC reached a settlement with Luminus Management and said on Monday that it has appointed one of the hedge fund’s partners to its board.

Luminus’ Adam Weitzman, an expert in offshore oil drilling who has experience in debt and equity capital markets and risk management, will join Valaris’ 11-member board as a 12th director, the company said.

The New York-based hedge fund, which owns roughly 18.7% of Valaris’ shares, promised to hold on to a certain number of shares in order to keep the board seat and to support Valaris’ slate at this year’s annual meeting.

“Luminus applauds Valaris’ recent moves to augment the Board, and we are pleased to have reached a comprehensive agreement with Valaris,” Weitzman said in a statement.

The announcement comes roughly two months after tensions appeared to mount between the two sides. In late November Luminus, which had increased its ownership stake from 4.5%, said it planned to call a special shareholder meeting and push for more changes. The company had earlier promised an additional $100 million in costs and to add two new board members.

Luminus oversees more than $2.5 billion for clients in energy and power investments.

Valaris’ stock price fell 4.13% on Monday morning to trade at $4.41 a share as the global market dropped.

Reporting by Svea Herbst-Bayliss; editing by Nick Macfie

Our Standards:The Thomson Reuters Trust Principles.



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Travel, tech stocks lead Wall St. lower as China virus fears mount

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(Reuters) – U.S. stocks fell more than 1% on Monday as investors worried about the economic fallout of the fast-spreading coronavirus outbreak in China that has prompted the country to extend the Lunar New Year holidays and businesses to close some operations.

FILE PHOTO: A trader works on the floor of the New York Stock Exchange shortly after the opening bell in New York, U.S., January 24, 2020. REUTERS/Lucas Jackson

The benchmark S&P 500 was jolted off record highs last week as China locked down several cities and curbed travel, reminding investors of the deadly SARS virus that killed nearly 800 people in 2002-03 and cost the global economy billions.

Travel-related stocks, including airlines, casinos and hotels, were the worst-hit on Wall Street, while shares of tech heavyweights that enjoyed a strong rally recently dragged markets lower.

Apple Inc (AAPL.O), Microsoft Corp (MSFT.O), Alphabet Inc (GOOGL.O) and Amazon.com Inc (AMZN.O) dropped between 1.5% and 2.6%.

Wynn Resorts Ltd (WYNN.O), Melco Resorts & Entertainment Ltd (MLCO.O) and Las Vegas Sands Corp (LVS.N), which have large operations in China, slid between 4% and 7%. United Airlines Holdings Inc (UAL.O) and American Airlines Group Inc (AAL.O) fell 4.5% and 6.6%, respectively.

The iShares China Large-Cap ETF shed (FXI.P) 4.1%.

Yum China Holdings Inc (YUMC.N) dropped 5.0% after the company said it had temporarily closed some of its KFC and Pizza Hut stores in Wuhan.

The death toll from the outbreak in China rose to 81 on Monday and a small number of cases linked to people who travelled from Wuhan have been confirmed in more than 10 countries, including Thailand, France, Japan and the United States.

Wall Street’s fear gauge, the CBOE Volatility index .VIX jumped to its highest since Oct. 10.

“The coronavirus will not validate or invalidate the present market multiple, it will just elevate volatility due to the embedded uncertainty of things,” David Bahnsen, chief investment officer of The Bahnsen Group, wrote in a client note.

“The Dow is up a stunning 3,000 points in just over three months – it hardly needs an excuse to see volatility elevated.”

The rush to safe haven assets sank U.S. Treasury yields to three-month lows, putting pressure on shares of Bank of America Corp (BAC.N), Citigroup Inc (C.N) and JPMorgan Chase & Co (JPM.N). [US/]

At 10:11 a.m. ET, the Dow Jones Industrial Average .DJI dropped 1.39% to 28,587.46.

The S&P 500 .SPX fell 1.42% to 3,248.71 and the Nasdaq Composite .IXIC was down 1.80% at 9,147.23.

The S&P energy index .SPNY dropped 2.0% as crude price fell below $60 per barrel on fears of slowing oil demand following the outbreak. [O/R]

Defensive sectors such as consumer staples .SPLRCS, real estate .SPLRCR and utilities .SPLRCU posted minimal losses.

Fourth-quarter earnings season will kick into high gear this week with 141 of the S&P 500 companies expected to report this week including Apple, Microsoft Corp (MSFT.O) and Boeing Co (BA.N).

No.1 U.S. homebuilder D.R. Horton Inc (DHI.N) rose 2.7% after raising the upper end of its forecast for full-year home sales.

Declining issues outnumbered advancers for a 6.17-to-1 ratio on the NYSE and a 5.13-to-1 ratio on the Nasdaq.

The S&P index recorded 16 new 52-week highs and 11 new lows, while the Nasdaq recorded 20 new highs and 68 new lows.

Reporting by Sruthi Shankar in Bengaluru; Editing by Saumyadeb Chakrabarty

Our Standards:The Thomson Reuters Trust Principles.



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Coronavirus beunruhigt die Finanzmärkte | NZZ

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Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung sorgt weltweit für fallende Kurse. Deutliche Einbussen verzeichnen Firmen rund um das Reisegeschäft sowie Luxusgüterhersteller wie Swatch.

Eingeschränkte Reisefreiheit heisst auch weniger Geschäft für alle Firmen, die vom Tourismus profitieren.

Wu Hong / EPA

(awp/sda) Die Ausbreitung des Coronavirus in China verängstigt die Anleger immer stärker und hält die Finanzmärkte fest im Griff. Die Investoren suchen aus Angst vor den wirtschaftlichen Folgen einer Pandemie vermehrt Schutz in den als sicher geltenden Obligationen, beim Gold sowie im Franken.

Der Schweizer Leitindex SMI büsste am Montag bis gegen Mittag fast 1,6% ein. Der deutsche DAX und der französische CAC40 fielen um rund 2,2%. In Asien hatte der CSI 300 Index der Börse von Schanghai um über 3% und der japanische Nikkei Index um über 2% nachgegeben.

Der Schweizer Franken dagegen erstarkt. Der Euro fällt zeitweise auf 1,0694 Franken – so tief wie seit Jahren nicht mehr. Der Dollar, der mitunter ebenfalls als Krisenwährung gilt, hält sich dagegen mit 0,9713 Franken gut. Und auch der Goldpreis gewinnt weiter an Wert. Dagegen sinkt der Ölpreis, dessen Entwicklung als Hinweis auf den zukünftigen Wirtschaftsverlauf gesehen wird, weiter.



Tourismusbranche unter Druck

Stark unter Druck stehen Aktien von Firmen, die vom Tourismus und von einer starken Reisetätigkeit insgesamt profitieren. Dazu zählen etwa die Hersteller von Luxusgütern wie Swatch (-4%) und Richemont (-3,3%). Sie erzielen einen Grossteil ihrer Umsätze in der Grossregion China und profitieren auch vom weltweiten Tourismus, weil bei Reisenden der Geldbeutel in der Regel etwas lockerer sitzt.

Die Aktien von Fluggesellschaften wie der Swiss-Mutter Lufthansa (-4,3%) befinden sich ebenso im Sinkflug wie die der flugnahen Firma Flughafen Zürich (-2,6%) und des Duty-Free-Shop-Betreibers Dufry (-5%). Die Anteile der Jungfraubahn sacken um 5% ab. An der Wall Street waren am Freitag die Kurse der US-Airlines United Airlines und American Airlines um bis zu 4% gefallen.



Erinnerung an Sars 2003

Die Entwicklung rund um das Coronavirus weckt bei den Anlegern die Erinnerungen an die ebenfalls von einem Coronavirus verursachte Sars-Pandemie (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) von 2003. Dabei kamen rund 800 Menschen ums Leben. Die Eindämmung zog sich über ein halbes Jahr hin.

Die Ausbreitung des Coronavirus könnte laut Ökonomen gravierende wirtschaftliche Auswirkungen haben. Konjunkturell zog Sars in Asien 2003 einen kurzfristigen Einbruch der Wirtschaftstätigkeit in einigen Bereichen nach sich, kommentiert etwa die Raiffeisenbank. Auch damals waren vor allem die Reisetätigkeit, die Gastronomie und der Detailhandel betroffen. Andere Sektoren, wie die Industrie, wurden hingegen kaum in Mitleidenschaft gezogen.



«Nicht überbewerten»

«Man sollte das Ganze nicht überbewerten», sagte derweil ein Zürcher Vermögensverwalter. Diese Ängste seien übertrieben. Bei jeder «normalen» Grippe stürben weit mehr Menschen, als man dies bei dem neuen Virus erwarten müsse. «Ist doch gut, wenn wieder etwas Luft abgelassen wird. Diese Korrektur scheint mir eher als die Kaufgelegenheit, auf die wir gewartet haben.»

«Es ist halt einfach ein blöder Zeitpunkt», sagte hingegen ein Händler. Endlich sei der Handelsstreit, der im vergangenen Jahr die Wirtschaft verlangsamt und an den Märkten immer wieder für Schwankungen gesorgt habe, auf dem Weg zu einer Lösung. «Und nun kommt das Virus. Das drückt auf die Stimmung», so der Händler.



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